Kommt es am 2.8.11 zum großen Knall?

Peter Schiff hatte eine schöne Metapher, indem er die US Staatsverschuldung  mit einem übergewichten  Freund, der eine Diät  erwägt, vergleicht. Ich fasse seine Methaper  zusammen:

Unser Freund ist 143 kg schwer (= 14,3 Billionen US Staatsschulden ). Bei seiner „Wachstumsrate“  wird er in  zehn Jahren fast 300 kg (= 30 Billionen Schulden) wiegen. Aber er hat eine neue Diät. Und mit dieser Diät wird er  in zehn Jahren nur  263 kg  übergewichtig sein. Hört sich gut an ist aber alles andere als eine Lösung seines gewichtigen Problems!

Verglichen mit dem  Budget des US Senates: „retten“ Einsparungen von  3700 Milliarden Dollar die USA nicht über die nächsten 10 Jahre. Dann würden  sie „nur“ 26,3 Billionen $ statt 30 Billionen $ Schulden haben. Auch der Boehner Plan (Republikaner)  will die USA mit nur 917 Milliarden $ Einsparungen  „retten,“ das meiste davon weit nach hinten geschoben. Das würde für unseren adipösen  Freund am Ende seiner Diät nur 9 Kilogramm weniger also immer noch 291kg  auf der Waage bedeuten.
Die Politiker reden immer über weniger neue Schulden (Defizitabbau), aber  nie  über Schuldentilgung. Das ist aber ein großer Unterschied. Gestern hat der Senat einen republikanischen Gesetzesentwurf zu diesem Thema  abgelehnt. Dieser sah vor, das Schuldenlimit von derzeit 14,3 Billionen Dollar um 900Milliarden zu erhöhen. Die Uhr tickt: Falls es bis Dienstag, den 2. August, keine Einigung gibt, droht die Zahlungsunfähigkeit der USA – mit unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft.

Dieser Mann blockiert einen Kompromiss: US-Republikaner: Grover Norquist

„Ich wollte die Republikaner zu einer Marke machen, ähnlich wie Coca Cola und Pepsi“, sagte Grover Norquist dem US-Magazin „Time“. „Wie wäre es, wenn sie den Ruf einer No-tax-Party bekämen?“

Er will eine Anti-Steuer-Partei. Er sagt, das Defizit sei lediglich die Folge eines zu starken Staates. Die Amerikaner sind also mal wieder weiter als wir.  Einen mächtigen, europäischen Norquist könnten wir gut gebrauchen. Unsere FDP hat als Anit Steuer Partei keinerlei Glaubwürdigkeit mehr und eine  wählbare Alternative ist nicht in Sichtweite. Norquist  hat selbstverständlich Recht. Hätte der Staat sich auf seine Kernaufgaben beschränkt, gäbe es keine Schuldenkrise und keine übermächtigen Finanzeliten.Wie gesagt: „hätte“.

Aber Norquist sieht in der Krise seine Chance:  „Nun sei die Regierung endlich gezwungen, die Ausgaben des Staates deutlich zu reduzieren“. Diese einmalige  Chance wir er nicht leichtfertig verspielen. Deshalb  bleibt es  weiterhin spannend und ich bei meiner gestrigen Einschätzung, das seine Blockade Chancen sehr hoch sind und eine Einigung der Republikaner mit  den Demokraten  unwahrscheinlich ist. Wie man liest, arbeitet die Regierung bereits an einem Notfall- Plan B, der ab dem 2.8. greifen könnte.

Einer meiner Leser meint, ich läge mit meiner Einschätzung daneben. Seine Begründung:

„Diese würde eine zu große Geldentwertung nach sich ziehen, die nicht gewollt sein kann, höchstens von ein paar wenigen Großbankbesitzern, die dann ihre Machtstrukturen ausweiten könnten. Für die anderen wäre es eine Katastrophe.“

Diese Begründung untermauert aber meine Sicht der Dinge. Worum geht es ? Natürlich um die Ausweitung der Machtstrukturen von „wenigen Großbankbesitzern“. Wenn diese jetzt den Niedergang der US Wirtschaft herbeiführen, wird es einen extremen Einbruch an den Aktienmärkten geben. Dann können die Finanzeliten auf Schnäppchenjagd gehen und ihre ungedeckten Dollars  in unterbewertete Aktien umtauschen.

So gesehen wäre die Zahlungsunfähigkeit der USA kein D-Day, sondern der Start des Sommerschlussverkaufes zum Wohle des Bankenkartells. Es lassen sich  durchaus dubiose Machenschaften hinter der Blockadepolitik vermuten. Die Zahlungsfähigkeit  der USA wird in den Medien als das unwahrscheinlichste aller Szenarien dargestellt. Dies beeindruckt mich nicht. Die Finanzeilten wissen sehr genau, dass  es früher oder später zur Staatspleite kommen muss. Warum also nicht früher, wenn es keiner erwartet und solange  sie noch alle  Fäden in der Hand haben? Warten wir es ab. Heute  in einer Woche werden wir schlauer  und die Kurse der Edelmetalle höher sein.

Willkommen in den „Vereinigten Schulden Europas“

Beginnen wir  mit  dem Sachverständigenrat. Dessen  Mitglieder schreiben  in der „FAZ“:  „Der Erhalt der Europäischen Währungsunion ist aus deutscher Sicht so eindeutig vorteilhaft, dass es dringend geboten ist, die momentane Blockade der europäischen Politik zu überwinden.“

Die Wahrheit sagt Prof. Spethmann, Ex Thyssen Chef: „Die europäische Gemeinschaftswährung hat Deutschland bislang mehr als 2500 Milliarden gekostet“.

Fahren wir fort mit der Haushaltshoheit. Die liegt angeblich bei unserem Bundestag.

Mit dem für 2013 geplanten, permanenten EFSF-Nachfolger: ESM (“Europäischer Stabilisierungsmechanismus”) wird auch diese Hoheit  über Bord  geworfen werden.

Der Einfluss der angelsächsisch dominierten  Finanzmafia wird am Vertragsentwurf zur Transferunion überdeutlich ( siehe: http://www.freiewelt.net/blog-3321/lesen-sie-hier-den-vertragstext-des-esm-vertrags!.htmle).   Mit dem Vertrag zum Europäischen Stabilitätsmechanismus ( ESM )sollen wir den ESM ermächtigen, beliebig über unser Einkommen und Vermögen zu verfügen.  Der ESM, der  sogenannte Gouverneursrat und das Personal genießen dabei volle Immunität vor der Gerichtsbarkeit! Sollte unser Bundestag diesem verfassungswidrigen Vertrag  zustimmen, dann greift zwar noch das GG Art 20 Abs. 4:“ Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“ Aber glauben Sie wirklich, dass der politisch verdummte deutsche Michel plötzlich die Multifunktionalität von Straßenlaternen entdeckt? Wohl kaum, lieber wird er sich widerstandslos in der europäischen Schuldenunion versklaven lassen.

Wie es mit unserer Souveränität als Staat bestellt ist, kann jeder in dem Zwei-Plus-Vier-Vertrag, im Grundgesetz oder dem Berliner Abkommen  nachlesen.  Es gibt für uns  weder einen Friedensvertrag  noch nationale Freiheit.  Mein  Verständnis von Demokratie  ist ein  anderes. Wie kann es sein, dass ein freier Staat sich bei bestimmten Handlungen eine Genehmigung einholen muss? Tatsache ist, dass Deutschland  nach wie vor unter der   Kontrolle der US Regierung steht und lt. dem  US Sicherheitsberater Brezinski, ein „tributpflichtiger Vasallenstatt“ ist.

Heute, am 21.07.2011, wurde   ein neuer Meilenstein gesetzt:

„Die Vereinigten Schulden Europas“

Es gab einen historischen Krisengipfel  der Euroländer zur  Verabschiedung  eines Rettungsprogramms, angeblich  für die  Griechen und den Euro. Faktisch natürlich zur Rettung der Bankster. Die Banken müssen notwendige  Wertberichtigungen so klein wie möglich halten, um die wenigen Prozente an  Eigenkapital nicht zu verbrennen. Ein Zahlungsausfall Griechenlands wäre das  Ende vieler Banken. (Schade eigentlich.) Bei dem ganzen Krisentheater geht es um nichts anderes als um die Existenz der Banken.

Den Euro, ein ungedecktes Papiergeld,  kann man nicht retten. Man kann nur seinen Untergang verzögern. Normalerweise wird jemand, der ein Schneeballsystem (auch Ponzi System genannt) am Leben hält – und nichts anderes ist unser  Zinseszinssystem-  wegen Betrug angeklagt. Das gleiche gilt für jemanden, der als Verantwortlicher eines Unternehmens  Insolvenzverschleppung betreibt. Das geschieht seit über einem Jahr  im Fall Griechenland. Wenn man jetzt den Schuldenberg Griechenlands, oder besser die noch nicht ausgebuchten  Verluste der Banken, verkleinert, löst man das Problem nicht, sondern schleppt es  auf unsere Kosten nur weiter  mit sich rum. Mit einer Merkelchen „Wurzelbehandlung“ hat dieses Paket nichts zu tun. Es ist nur eine teure Mogelpackung, um europäische und amerikanische Banken vor Pleite zu retten.

Kreativ waren sie heute allerdings, die Politikermarionetten. Sie haben einen „Teilbankrott“ Griechenlands ausgelöst. Was ist eine Teilinsolvenz? Davon kann man nur sprechen, wenn ein Unternehmen noch zahlungsfähig  ist und es nur Probleme mit einer Tochterfirma gibt. Genau betrachtet, hat  die EU also ihre eigene Teilinsolvenz eingestanden, indem sie die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands  festgestellt hat.

Das bedeutet aber noch lange nicht den Untergang des Euros. Totgesagte leben bekanntlich länger.  Europa wird vorerst nicht in den totalen Bankrott   stürzen, so  wie es einige Hartgeld Experten  gerne sehen würden.  Wir deutschen Staatsbürger  werden  zahlen und zwar solange, bis  der Markt uns wie die Griechen einstuft.  Dann  wird man  auch uns, so wie jetzt  die Griechen, ausschlachten.

Was ist am dem heutigen Sondergipfel konkret beschlossen worden? Man hat den Euro-Schuldner namens Griechenland  auf die Streckbank gelegt.  Die Zinsen werden um einen Prozentpunkt reduziert und die Rückzahlungsfrist  von 7,5 auf 15 Jahre verlängert. Wahrscheinlich müssen auch die Banken „freiwillig“ auf einen kleinen Teil ihres Gewinnes verzichten.  Ihr Profit ist bei einer Marge von bis zu 2,5 % Punkten immer noch gewaltig.  Für was eigentlich ? Welche Wertschöpfung steht hinter einer   Marge von über 100% auf die Refinanzierungskosten?

Und wo bleibt die von Merkel angekündigte „Wurzelbehandlung?“ Angie-O –Ton:  „Mit diesem Programm wollen wir die Probleme auch wirklich an der Wurzel anpacken.“  Fakt ist: man hat Griechenland nicht an der Wurzel, sondern auf die Streckbank gepackt. Dort liegt es jetzt, ist  fixiert mit Schuldfesseln und wird finanziell  weiter  ausbluten.  Und dies wird uns von den „Presstituierten“   als ein „großer Wurf“ verkauft.

Warum soll Griechenland, wenn man seine  Fristen verlängert,  solventer und wirtschaftlich stärker werden?  Mit umverteilen  und  strecken   löst man kein einziges strukturelles Problem. Im Gegenteil, man verhindert   dringend erforderliche  Lösungen und zieht  Deutschland  als Bürge und Zahlmeister mit in den Abgrund.  Eine Teilentschuldung auf unsere Kosten verschafft den Griechen zwar etwas Luft zu Überleben mit ihrem 350 Milliarden schweren Schuldenberg, aber sie ist kein  tragfähiges Sanierungskonzept und das Konzept ist auch kein  vorsorgendes Programm  für  Italien, Portugal oder Spanien.

Der Rettungsschirm war zunächst „nur“ 0,75 Billionen Euro groß, jetzt reden wir über 1,5 Billionen. Was passiert wenn die Italiener auch unter den Schirm schlüpfen müssen?  Wird er dann wieder verdoppelt? 3 Billionen? Kein Problem, denn der deutsche Staatsbürger hat´s ja.  Warum eigentlich so klein?  Lasst uns doch, gemeinsam mit den USA, Großbritannien und Japan  einen 100 Billionen großen Rettungsschirm basteln. Dann finden  alle insolventen Schuldner dieser Welt dort Platz und keiner kann mehr Pleite gehen. Und wenn auch dieser Schirm zu klein werden sollte , dann basteln wir uns halt einen größeren. Wo ist das Problem?

Und wer bezahlt es?  Hier die Antwort des Marktes am 21.07.2011.

 2 Jahres Bonds :   Greece   -10.9%   Germany  +9.245%

Willkommen in den „Vereinigten Schulden Europas“: Die Zinsen deutscher Anleihen explodieren, die der Griechen fallen.

Und wer profitiert?

Die Banken; z.B. Commerzbank  AG  2.73 +0.22‎ (8.88%‎)  21. Juli 17:10 CET

Unsere Bundeskanzlerin hat heute mal wieder bewiesen, wessen Interessenvertreterin  sie ist.  Mal gespannt, wann man sie gegen die nächste Marionette (Steinbrück?) der Finanzeliten auswechselt? Ihre Schuldigkeit  hat sie spätestens seit heute getan. Eine gut dotierte  Beraterfunktion in der freien Wirtschaft hat man bestimmt schon für sie reserviert.

Mit dem heutigen Gipfel ist es  ihr aber gelungen, ihr persönliches Ansehen endgültig zu ruinieren und das Amt des deutschen  Bundeskanzlers nachhaltig zu beschädigen. Eigentlich müsste  sie zurücktreten. Mit ihrer heutigen Zustimmung zu den „Vereinigten Schulden Europas“  ist sie  als  unsere oberste Volksvertreterin m.E. nicht mehr tragbar. Aber wen interessiert das schon?

Die Geschichte staatlichen Umgangs mit Geld ist,
mit Ausnahme einiger, kurzer, glücklicher Perioden,
eine Geschichte von unablässigem Lug und Trug.“

– Prof. Dr. Friedrich-August von Hayek –

Gerhard Nadolny, den 21.07.2011

www.diesilberseite.de

Silber und Minen in der Krise des Finanzsystems

Die Summe aller produzierten Güter und Dienstleistungen (Welt BSP)  in unserer Welt beläuft sich auf jährlich 60 Billionen $.  Die weltweit titulierten Schulden werden von seriösen Ökonomen auf rund 150 Billionen $ geschätzt.  Diese beiden Zahlen reichen schon aus, um das Dilemma, indem sich  unser Finanzsystem befindet, zu erklären.

Nordamerika und Europa  haben zusammen, sowohl beim  BSP, als auch bei den Schuldtiteln den Löwenanteil.

150 Billionen $ Kreditgeld, welches mit  – ich nehme mal  nur 4 % p.a. an-  verzinst werden muss, verursachen  Zinsen bzw. neues Kreditgeld von  6 Billionen $ pro Jahr. Diese Größenordnung entspricht  10 % des Welt BSP. Um ein Gleichgewicht zwischen der Geldmenge und der Wirtschaftsleistung zu erhalten, bräuchten wir zweistellige  Wachstumsraten. Eine Illusion. Die Folgen dieser  Illusion werden nun sichtbar und deshalb auch täglich in den Medien diskutiert.

Die Schere zwischen Geldmenge (= Schulden)  und Wirtschaftskraft (= Kreditdienstfähigkeit) öffnet sich aber schon seit Jahren. Der „Point of no return“ ist schon länger überschritten. Was derzeit stattfindet ist ein Finanzkrieg an mehreren Fronten. Die vordergründige Schlacht findet  zwischen dem Dollar- und dem Euroraum zur Klärung der Frage, welche Währung zuerst zerbricht, statt. Die Schlacht im Hintergrund geht um die Frage, gelingt es China,  die USA als Weltmacht zu verdrängen.

Bereits im Oktober 2008 habe ich mich gefragt: Gibt es ein Drehbuch für die Krise? (Quelle: http://www.hartgeld.com/filesadmin/pdf/TO2009/Nadolny-KrisenDrehbuch.pdf)

Inzwischen kann man dies eindeutig beantworten. Meine Vermutung, dass die hinter der FED stehende, angelsächsische Finanzelite die Märkte nicht einfach laufen, sondern in ihrem Sinne „managen“ werden, ist inzwischen  sogar Gegenstand von Gerichtsprozessen.

Angriff ist bekanntlich die beste Verteidigung. Also hat die Finanzelite ihre Truppen, zu denen auch die Ratingagenturen gehören, nach Europa geschickt, um eine Krise des Euros auszulösen. Begonnen hat man mit dem schwächsten Glied, den Griechen und nun ist man schon beim ersten Hauptgang, den Italienern,  angekommen. Gelingt es,  Italien in die den Ruin zu treiben, dann wird der Euro auseinander gesprengt werden. Etliche „Experten“ (Olaf Henkel, Prof. Wilhelm Hankel oder Dirk Müller) empfehlen, aus der maroden Gemeinschaftswährung  auszusteigen, während die Brüsseler Eurokratten noch mehr Solidarität, also die fiskalische Vereinigung in einer Transferunion, fordern.

An dieser Stelle macht es Sinn, die Interessen der „Krisen- Drehbuchautoren“ zu hinterfragen. Können die privaten Eigentümer der FED einen Untergang des Euros wollen. Nein, denn in diesem Fall würde der Dollar mit in den Abgrund gerissen werden.

Wollen Sie einen starken, souveränen „Nordeuro“. Ebenfalls, nein.

Was sie wollen liegt auf der Hand: eine europäische Schuldenunion, die stark genug bleibt, um Zinsen zu überweisen, aber nicht so stark, dass sie gefährlich werden könnte. Um das zu erreichen lässt man die EU Politiker Marionetten tanzen und „dehnt“ Verträge und Verfassungen. Es muss befürchtet werden, dass die ferngesteuerten Brüsseler Eurokratten gewinnen (Stichwort: Neue Weltordnung).

Bleibt aber noch die viel diskutierte Frage: Deflation oder Inflation.

In unserem Finanzsystem betragen die Schulden, wie eingangs dargestellt,  in etwa das 2,5 fache des Welt-Bruttosozialproduktes. Zur Aufrechterhaltung dieses Systems, müssen jährlich rund 6 Millionen Euro neue Schulden gemacht werden, hinter denen aber keine entsprechende Wertschöpfung steht.

Wer, so wie die österreichische Schule,  Inflation als Geldmengenwachstum definiert und unser Papiergeldsystem als Schneeballsystem durchschaut hat, dem wird klar: die Preise für alles was man nicht beliebig vermehren kann werden so lange weitersteigen, bis plötzlich ein Funken den „Papiergeld“- Schneelball in Flammen setzt. Dann werden alle Papierwerte verbrennen.

Dies wissen auch die Drehbuchautoren. Man darf nicht davon ausgehen, dass die „Manager der Märkte“  uns den Gefallen tun und mit  „abbrennen“ werden. Sie werden (oder haben) sich  von allem Papier, was verbrennen könnte, trennen und in „echte Werte“ gehen.

So stellte ich mir das Drehbuch für den Finanzkrieg bereits in 2008 vor und so sehe ich es weiterhin.

Allerdings stellt sich die Frage, ob  die westlichen Finanzeliten im Krieg gegen China  noch eine  Schlacht schlagen müssen, die nicht in ihrem Drehbuch steht. China und andere asiatischen Länder können kein Interesse haben, das FED System auf die Dauer mitzutragen. Vor allem China ist kräftig dabei, seine Dollarbestände in Metalle, Öl und andere Rohstoffe zu tauschen. Die Asiaten denken in langfristigeren Kategorien als die Amerikanern. Sie können  warten, bis die Zeit reif ist. Je länger dies dauert, desto mehr Schulden wird der Westen ansammeln und desto tiefer wird er fallen.

Welche Schlussfolgerungen kann man als Otto Normalverbraucher daraus ziehen?  Die Zeit, seine Werte  in  die Wirtschaft zu investieren ist noch nicht gekommen. Wir haben den Tiefpunkt der Krise noch nicht gesehen. Die Zeit, seine Werte in  Papiergeld oder Papierprodukte zu investieren ist vorbei.  Es ist noch die Zeit, seine Werte in „echtem Geld“ zu speichern und abzuwarten.

Gold hat in dieser Woche neue All Time Highs erreicht und physisches Silber  wird immer knapper. Vor diesem Hintergrund haben  die täglichen Märchenstunden an der COMEX  zwar noch einen gewissen Unterhaltungswert, aber keine kriegsentscheidende Bedeutung mehr. Das Bankenkartell hat  noch  Preishoheit  über das Papiersilber, aber immer weniger Marktteilnehmer sind bereit, das physische Edelmetall zu diesen Spottpreisen abzugeben. Es ist  nur noch eine Frage  der Zeit, bis Silber das 50 $ ATH überspringt, um dann  die  100 $ Marke ins Visier nimmt. Am meisten Geld wird man in den kommenden Monaten aber m.E. mit Silberproduzenten und   handverlesenen Explorern machen können. Neben den bekannten Risiken: Geologie, Cash, Management, Infrastruktur  oder  Umwelt muss  man inzwischen  auch das Verstaatlichungsrisiko mit einkalkulieren. Bolivien hat das schon angekündigt und den USA traue ich es jederzeit zu. Vor diesem Hintergrund reduziert sich nach meinen Kriterien die Anzahl der „wählbaren“ Minenaktien mit dem Fokus auf Silber auf überschaubare Größenordnung. Sagen wir mal auf maximal 30 Produzenten und vielleicht noch auf  10- 15  Explorer mit großem  Potential. Als Investor  kauft man aber nicht nur ein Potential von mehreren 100 %, sondern auch ein Verlustrisiko von 50 bis 100 % mit ein.

Minenaktien sind ein unsicheres und ein sehr riskantes Geschäft. Wie kann man das Risiko minimieren?  Indem man sein Vermögen, dass für  eine Investition in Silber vorgesehen ist, aufteilt: mind. 60 % in physisches Metall mit direktem Zugriff (außerhalb des Systems gelagert) und max. 40 % verteilt auf Minenaktien. In das Minendepot sollte m.E. mindestens 10 TEUR, verteilt  auf mindesten 10 Aktien, investiert werden. Diese wiederum aufgeteilt in  Produzenten (z.B. Silver Wheaton), Junior Produzenten (z.B.  Wildcat Silver) und Explorer (z.B. Pretium Resouces). Die sichersten Minen liegen m.E. in Kanada. An Mexiko wird man auch nicht vorbeikommen. Aber von den allermeisten Explorern  sollte man die Finger lassen. Nur sehr wenigen gelingt es,  jemals profitabel zu werden. Entscheidend für den Erfolg ist neben der  Auslese auch das Timing. Am besten ist es, den Kauf auf zeitlich  zu verteilten  und  limitiere Orderaufträge  an der jeweiligen Heimatbörse (z.B. Toronto) zu erteilen.

Von Minenfonds lasse ich inzwischen die Finger weg. Warum soll ich Managementgebühren oder Verkaufsaufschläge zahlen? Schauen Sie sich die Performance der bekannten Fonds im Bergbausektor an, dann werden Sie mir hoffentlich zustimmen.

Niemand kann ein Unternehmen auswählen und sicher sein, damit gute Gewinne zu erzielen.  Deshalb sollte man gleiche Geldsummen auf  möglichst viele Chancen verteilen. Mit jeder zusätzlichen Aktie im Depot erhöht sich die Chance für einen Volltreffer. Das Gesetz, das mit den Chancen auch die Risiken steigen gilt  insbesondere für Bergbauaktien.

Die Sommerflaute liegt hinter uns. Die Indikatoren haben Kaufsignale abgeliefert. Etliche Minenaktien haben in den letzten Wochen eine zweistellige Performance hingelegt. (Ein Beispiel: Wildcat Silver von 1,17 EUR am 20.Juni auf aktuell 1,7 EUR = + 48 % innerhalb eines Monats). Ich bin, bezogen auf einen Zeithorizont von 2 Jahren sehr „bullisch“  für den Minensektor, kann aber kurzfristige Kursexzesse a´ la Lehmann natürlich nicht ausschließen. Kursrückgänge von 50 % und mehr sind bei Minenwerten nicht nur nicht auszuschließen, sondern sogar normal. Wem diese „Küche“ zu heiß ist, der sollte sie nicht betreten.

Mittelfristig,  in 2012 oder 2013, sehe einen dreistelligen Silberpreis. Dies wird sich in den Bilanzen und damit auch in den  Kursen  der Silberproduzenten niederschlagen. Selbst wenn man, trotz der aktuellen Unterbewertung der Minen, nur von einem Hebel von 2 auf den Silberpreis ausgeht,  ergibt sich ein Gewinn Potential innerhalb der nächsten 2 Jahre von rund 300 %

Nimmt man allerdings ein durchschnittliches XAU: Silber Ratio von 10: 1 an, also weit entfernt von einer Hype, und sieht- so wie ich den Silberpreis spätestens in 2013 über 100 $, dann sollte der XAU Index sogar über  1000 Punkten stehen. Bezogen auf den  heutigen 215 Punkte  das 4,6fache.

Gerhard Nadolny

14.07.2011

www.diesilberseite.de

Das Endspiel hat begonnen

Gestern meinte Schäuble in der Tagesschau, die EU-Finanzminister hätten die „notwendigen Weichenstellungen“ getroffen, jetzt sei alles eine Frage der Märkte.

Im Klartext heißt dies, die EU-Politiker sind mit ihrer Kunst am Ende. Die Märkte haben das verstanden. Der Goldpreis ist heute auf ein neues ATH in USD und in EURO  geklettert  und der Silberpreis um bis zu  6 % explodiert. Wenn sich jetzt noch  herumspricht, dass der anonyme Kauf von Edelmetallen per Änderung des Geldwäschegesetzes im November von 15000 EURO auf 1000 EURO gekappt wird, dann wird es im Herbst einen Run auf  die deutschen EM Händler geben und diese Nachfrage  wird die Preise weiter steigen lassen.

Das Endspiel der EURO Krise hat begonnen. Die Regierungen können das Spiel  nur noch verlängern, aber gewinnen können sie  es nicht mehr.

Es gibt nur noch  zwei denkbare  Ausgänge  in diesem Spiel

A) Der Euro zerfällt in mindesten zwei  Teile (z.B. Nord- und Süd Euro).

B) Man  baut die EU in eine riesige Transferunion um. Viele Milliarden  Euros  werden dann Jahr um Jahr  von den starken Händen im Norden in die  schwachen Hände im Süden fließen und dort versickern.

Der Ausgang A)  wäre für alle beteiligten Staaten der bestmöglichste Weg. Der Ausgang B) wäre für uns der GAU. Es bleibt also zu hoffen, dass die Märkte   den Euro sprengen werden.

Wie dem auch sein mag, die  silberne Sommerrally hat in dieser Woche definitiv begonnen. Wer jetzt noch aus Angst vor einem Crash an der Seitenlinie steht, der verpasst einiges. Mit dem Besitz von physischem Metall wird man in den kommenden Wochen viel Freude haben und wer meinem Rat gefolgt ist und sich einige  handverlesene Silberminen ins Depot gelegt hat, der wird demnächst sehr  viel Geld verdienen.