Werden die neuen Positionsobergrenzen für Silber jetzt durchgesetzt?

Das neue Gesetz zur Reform der Finanzmarktregulierung (Dodd-Frank act)  macht es erforderlich, dass die CFTC Kommission feste Positionsobergrenzen für Silber im Derivatehandel durchsetzt. Beim COMEX Handel lag die Rechenschaftsgrenze bisher bei 6000 Kontrakten bzw. 30 Mill. Unzen, durfte aber mit anderen Rohstoffen verrechnet werden.

Bei einer öffentlichen Anhörung wurde die CFTC aufgefordert, die Positionsobergrenze für Silber auf 1500 Kontrakte á 5000 Feinunzen zu begrenzen und diese auch zu vollstrecken.

Bekanntlich kontrolliert  „ein Teilnehmer“ (vermutlich JP Morgan) im Silbermarkt immer noch rund 35 Prozent des Silbermarktes.  Ob die CFTC die Einhaltung der 10-Prozent-Grenze bei Silberinvestments, welche mit dem Dodd – Frank Gesetz beschlossen wurde, erzwingen wird, war bisher eine offene Frage.

Gestern hat es eine Sitzung der CFTC Kommission gegeben. Zuverlässige Quellen berichten, dass  die Obergrenzen für Silber  nun durchgesetzt werden sollen und die CFTC endlich handeln und vollstrecken will. Nicht morgen, aber in Kürze.  Die vermutete Short Position von JPM liegt zwischen  15 und 20Tausend Kontrakten. JPM hat also noch eine Menge zu tun, um seine „Short Position“ in Einklang mit dem neuen Gesetz zu bringen.

Es gibt also eine begründete Hoffnung und eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass an einem freudenreichen Tag in 2012, JPM die Kontrolle über den Silbermarkt  verliert und der Silberpreis  endlich von seinen  Fesseln befreit werden wird. Der Preis würde dramatisch steigen. Aber bis dahin müssen Kleininvestoren sich noch auf einiges gefasst machen. Kurzfristig ist alles möglich. Wenn JPM weiß, dass sein Short-Positionen- Spiel zu Ende geht, werden sie vorher noch jede Gelegenheit nutzen, um den Preis zu drücken und sich einzudecken. Also genau das, was wir in der letzten September  Wochen gesehen haben.

Die offene Frage lautet: Können sie das noch mal durchziehen? Haben sie die Long Spekulanten bereits entmutigt? Hier liegt der kritische Punkt. Die neueste COT Long Position ist mit 23571 Kontrakten recht  niedrig. Können noch weitere  Spekulanten aus ihren Silberpositionen vertrieben werden? Kann der Preis nochmals deutlich  unter 30$ gedrückt werde? Grundsätzlich ja. Stellen Sie sich vorsichtshalber mal auf noch mehr Volatilität ein. Warum? Das Kartell hat kaum andere Möglichkeiten, als  Silber in den kommenden Tagen und Wochen  noch mal kräftig zu drücken, um aus den Leerverkäufen möglichst günstig heraus zu kommen. Sie werden versuchen, niedrigere Preis zu erzeugen, so wie Ende September.  Der COMEX Eigentümer, die CME  Gruppe, wird dem nichts entgegen stellen. Im Gegenteil. Vielleicht wird  die CME  die Margen als Reaktion auf eine heftige  Volatilität nochmals erhöhen  und so weitere Spekulanten aus dem Markt werfen.

Das Ziel liegt offen auf der Hand:  JPM will sich  möglichst billig   von seinen  Short-Position trennen, um im Laufe des Jahres 2012  unterhalb der  Positionsobergrenze zu sein.

Kurzfristig ist dies jetzt das naheliegende Szenario. Seien Sie nicht überrascht, sondern nutzen Sie es, wenn es real werden sollte und kaufen Sie bei Preisen unter 30 $.
Ihr Nervenkostüm wird dabei natürlich auf Reißfestigkeit  geprüft werden. Aber wer nicht an das Ziel glaubt, der wird diesen Bullen nicht reiten können und abgeschüttelt werden. Auch ein  Preiseinbruch auf 25 $ oder tiefer ist in diesem Szenario jederzeit möglich. Wer diszipliniert ist, wird diese Gelegenheit  zum physischen Kauf nutzen.

So oder so, der Preiskrieg am Silbermarkt ist noch nicht gewonnen, es wird noch eine  große  Schlacht auf uns zukommen. Aber das Ende der Preiskontrolle ist in Sicht. Persönlich setzte ich darauf, dass es nicht mehr gelingt, den Preis unter 30 $ zu drücken.

Einer meiner  treuer Leser sieht das- unbeeinflusst von der CFTC – anders:  “… Das bedeutet für mich, dass die Edelmetalle weiterhin korrigieren werden, mindestens bis ins das erste Quartal 2012. Zielzone bleibt für mich bei Gold 1300 Dollar. Silber wird wahrscheinlich selbst unter 24 Dollar pro Unze sinken. Man sollte nicht überrascht werden, wenn wir nochmal Kurse um die 18-20 Dollar sehen, auch bedingt durch das Lösen von Stopp Loss …“

Als Reaktion auf diese Zeilen  habe ich gestern mit dem Leser um eine Unze  gewettet, dass der Silberpreis  bis zum April 2012 nicht mehr unter 28$ pro Feinunze fallen wird. Er war kein Spielverderber und hat die Wette angenommen.

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