Erfahrungen eines „verhinderten“ Waldorf Großvaters

Im Folgenden habe ich meine Erlebnisse, insbesondere mit dem sozialen Verhalten von  Elternvertretern der  Remscheider Waldorf Schule, „verarbeitet“ :

Diese Zeilen richten sich an alle Eltern, die aufgrund positiver Vorurteile für diese Ersatzschulen oder wegen  nachvollziehbarer Bedenken gegen staatliche Schulen ihr Kind auf eine Rudolf-Steiner –Schule schicken wollen.  Bitte prüfen Sie vor Beginn einer Schullaufbahn, die- einmal eingeschlagen-  nur noch mit großen Problemen zu verlassen ist, sehr gewissenhaft, ob Waldorf die richtige Antwort auf PISA oder die bessere Vorbereitung auf das weitere Leben ihres Kindes ist.

Machen Sie sich die Mühe und lesen Sie selbst, was der „Reformpädagoge“ Rudolf Steiner so geschrieben hat. Erkundigen Sie sich über die Fluktuationsrate bei Lehrern, fragen sie auch enttäuschte Eltern über ihre Erfahrungen und schauen Sie sich vor allem die „anthroposophischen“  Elternvertreter  an, welche gemeinsam mit  dem herrschenden Lehrerkollegium  die Fäden der Macht in der Hand halten.

Als Verfasser  dieser Zeilen will ich  mich allerdings nicht mit den esoterischen Grundlagen der Steiner Pädagogik auseinanderzusetzen. Diese Arbeit wurde u.a.  in 2008 von dem Autor Michael Grandt, den ich als Kritiker unseres Geldsystems kennen und schätzen gelernt habe, in seinem lesenswerten  „Schwarzbuch Waldorf“ geleistet.

Nach Grandt´s   kritischer, aber sachlicher Lektüre sollten  sich nicht nur  Eltern aus dem sogenannten Bildungsbürgertum vor der Einschulung fragen, ob  Anthroposophen die richtigen Pädagogen für ihre Kinder sind, denn ein Zurück auf eine staatliche Schule ist nach einigen Jahren Waldorf kaum noch möglich.

Bei Waldorfs  gibt es keine Noten, keinen Leistungsdruck und  es wird auch wenig Wert auf Rechtschreibung,  Mathe oder Physik gelegt.  Dafür gibt es einen Ökogarten,  Mädchen, die schreinern und Jungen die häkeln und natürlich Schüler, die ihren Namen tanzen können.  Die Lehrer werden schlechter bezahlt als an staatlichen Schulen und brauchen auch  keine  wissenschaftliche Hochschulausbildung. Die Kritik an der Lehrerausbildung hat Nicole Glocke, eine ehemalige Studentin der Waldorfpädagogik, bereits 2009 in der ZDF Sendung Frontal 21 so formuliert:

“Von einer Lehrerausbildung kann ich nicht sprechen, weil wir haben die meiste Zeit plastiziert, wir haben die meiste Zeit gesungen, gemalt oder Eurythmie gemacht. Ich muss sagen, das alles erinnert mich sehr an eine Therapiegruppe in der geschlossenen Psychiatrie.”

Die höchst umstrittenen Positionen eines Rudolf Steiners bestimmen Didaktik, Methode und ein Menschenbild, das lebenslang auf allen Waldorf Schülern lastet.

Wenn Waldorf-Schulen  mit Empathie und pädagogischer Kompetenz „alternativ“ erziehen, so ist das m.E. schätzenswert, aber eine Weltanschauungsschule, die staatliche Hilfe beansprucht, jedoch keine kritischen Fragen wünscht, darf  keine Privatsache von Esoterikern sein.  Ein Staat und seine Bürger, welche  die Förderung der Eurythmie Tanzkunst an diesen Ersatzschulen zu 80 % finanzieren, haben nicht nur Pflichten, sondern auch das Recht, zu fragen, was dort mit den öffentlichen Geldern finanziert wird. Deshalb gehört das Thema Waldorf in die Öffentlichkeit und die spirituelle, anthroposophische Waldorf Pädagogik  unter staatliche Aufsicht. Auch eine überwiegend staatlich finanzierte Waldorf Ersatzschule hat sich nach meinem Verständnis zu legitimieren und darf keine Narrenfreiheit haben. Hier besteht ein erheblicher Handlungsbedarf.

Doch nun zu den persönlichen Erfahrungen mit den sozialen und pädagogischen Kompetenzen der Waldorfs.  Meinen  ersten Waldorf  Kontakt hatte ich in den 80er Jahren, als es um die Einschulung unserer ältesten Tochter ging. Dass die Lehrer den Fernsehkonsum meiner Tochter  begrenzen wollten, fand ich gut, aber dass der aufkommende Personal Computer von den damaligen Waldorf Pädagogen verteufelt wurde, befremdete mich noch heute  und wir entschieden uns für die Maria Montessori Pädagogik.

Unseren  zweiten Waldorf  Kontakt  hatte meine Frau Anfang der 90er Jahre  im oberbayrischen  Starnberg, als sie einen Kindergartenplatz für unseren aus Äthiopien adoptierten Sohn suchte. Als sie beim Kindergarten anrief, war noch ein Platz frei. Eine Stunde später, als unser Sohn persönlich  in der Einrichtung stand, war diese plötzlich für Zitat: “ach  so einer ist das “ ausgebucht.  Selbstverständlich gibt es lt. dem Bundesverband keine Rassisten  unter den Waldorfs,  aber nach meinem Kenntnisstand  auch keine öffentliche Distanzierung von Rudolf Steiners rassistischen Aussagen. (Steiner katalogisiert die Rassen in Schwarze mit „Hinterhirn“ und „Triebleben“, in Gelbe mit „Mittelhirn“ und „Gefühlsleben“ und in Weiße mit „Vorderhirn“ und „Denkleben“.)

Den dritten Kontakt hatten wir dann Mitte der Neunziger Jahre, als wir nach Bergisch Born in Sichtweite der dortigen Rudolf-Steiner Schule zogen und unseren Adoptivsohn dort anmeldeten. Unser Sohn schaffte es nach einem  Auswahl Verfahren aber nur auf die als Begründung vorgeschobene Warteliste. Ob es sein Glück oder sein Pech war, werden wir leider nie mehr erfahren.

Den dritten Anlauf hat meine Tochter dann im Jahr 2007 gemacht, als sie ihre 3 jährige Tochter in den Kindergarten der Waldorfs im Schwarzen Weg schickte.  Das Kind war dort nicht glücklich, wie eine akute Neurodermitis und regelmäßige Blessuren im Gesicht, verursacht durch ältere Kinder, zeigten. Nachdem unser Enkelkind den Kindergarten wechselte gehörten auch die fast täglichen Blessuren und sogar die Neurodermitis der Vergangenheit an. Heute kann uns die inzwischen 6 jährige Enkeltochter mitteilen die Waldorf Erzieherinnen hätten dort „nie Zeit gehabt“, weil sie sehr viel telefonierten.

Gleichwohl überwogen leider unsere „positiven Vorurteile“ und meine Frau und ich motivierten deshalb unsere Tochter, unser Enkelkind für das Schuljahr 2012  in der Remscheider Rudolf Steiner Schule anzumelden. Vielleicht spielte bei diesem Fehler  auch ein wenig Egoismus mit, denn der Weg von unserem Haus zur Schule besteht nur aus wenigen Metern und so wären wir in den Genuss gekommen, unser Enkelkind täglich zu sehen.

Aufgefallen war uns, dass die Waldorf Schule in Bergisch Born sich neuerdings  mit einer großflächigen  Plakatwerbung an der Bundesstraße nach Hückeswagen präsentierte. Die Eigenwerbung bestätigte unsere Tochter, als sie während des obligatorischen Auswahl Wochenendes den Eindruck gewann, dass man sehr um neue Schülerinnen und Schüler bemüht war. Erwartungsgemäß kam dann auch eine Zusage der Pädagogen und nun ging es „nur“ noch um die Finanzen.

Laut dem Vertrag, der vorgelegt wurde, war die finanzielle Situation der Eltern kein“ KO Kriterium.“ Das wurde mir in einem Telefonat mit einer Schulsekretärin  auch ausdrücklich bestätigt.

Dies sah der Vorsitzende des Finanzkreises, dessen soziale Kompetenz  so „gepflegt“ wie sein Äußeres war,  allerdings völlig anders. In einem 8 Augen Gespräch, welchem meine Frau beiwohnte, betonte er, es sei unbedingt erforderlich und notwendig, dass die Eltern einen monatlichen Beitrag von 230,- Euro  leisten würden. Nachdem meine Tochter erklärte, sie sei als faktisch alleinerziehende Mutter dazu nicht in der Lage. (Der sorgeberechtige, beruflich selbständige Vater lebt im Ausland und zahlt nicht mehr als  den Mindestunterhalt.) wurde das Gespräch, welches von Seiten der Waldorf Vertreter alles andere als partnerschaftlich geführt wurde,  genauso unfreundlich  abgebrochen, wie man es eröffnete und man  teilte meiner Tochter dann später einen neuen Termin zu.

Zwischenzeitlich wurde familienintern geregelt, dass meine Tochter monatlich 100 Euro Schulgeld zahlen konnte und auch wollte. Dies hat sie dann auch im zweiten Gespräch erklärt. Diesmal zweifelte man aber nicht nur an ihrer Bonität, sondern kritisierte sogar ihre Lebensplanung (sie will im Herbst ein Studium beginnen).

Das mir geschilderte Verhalten dieses Elternvertreters kann ich nur als anmaßend bewerten. Meine 26 jährige Tochter wurde auch diesmal vom gesprächsführenden Elternvertreter unfreundlich und von oben herab behandelt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich erlauben würde, beispielsweise mit dem  „Eltern Aushängeschild“  der Schule, einem bekannten Schauspieler, so zu reden. Wird an der Remscheider Waldorfschule  eine alleinerziehende, finanziell schlecht ausgestattete Mutter, anders behandelt als ein gutverdienender, bekannter Schauspieler? Eine berechtigte Frage nach unseren Erfahrungen.

Meine Frau und ich  haben deshalb vollstes Verständnis dafür, dass meine Tochter ihre Anmeldung, aus verhaltensbedingten Gründen der Schule, zurückgezogen hat. Persönlich kann ich nach  unseren mehrfachen,  über Jahrzehnte verteilte Erfahrungen, nur jedem Vater und jeder Mutter empfehlen, sich genau zu überlegen, ob sie ihr Kind bzw. ihre Kinder in eine Waldorf Einrichtung schicken.

Als ehemaliger Arbeitgeber würde  ich sogar davor warnen, denn  meine beruflichen Erfahrungen mit  Waldorf-Abiturienten waren negativ. Ihre Rechte kannten sie sehr genau, aber einen deutschen Satz ohne Fehler zu schreiben oder eine einfache Matheaufgabe zu lösen, damit waren sie trotz  Abitur völlig überfordert.

Wenn man bedenkt, dass viele Waldorfschulen  aus betriebswirtschaftlichen Gründen heutzutage keine sehr  strengen Aufnahmekriterien mehr durchsetzen können oder wollen, dann bleibt wenig Hoffnung, dass die Waldorfschule sich zu einer besseren pädagogischen Alternative und gar zu einer optimalen Vorbereitung auf ein Berufsleben entwickelt.

Mein Fazit: Das  Denken sollten man nicht „den Anderen“ überlassen lassen, aber leider ist  für  Rudolf Steiner das „selber Denken“ unerwünscht, wie dieses Zitat belegt:

„Gerade wenn man aus sich selber nachdenkt und selber Ideen bildet, dann ist das Gehirn voller Unrat, voller Absonderungsprodukte, namentlich Phosphorsäureverbindungen; die schmieren sich dann so durch das Gehirn.“ (Zitat von Rudolf Steiner aus:  Die geistig-seelischen Grundkräfte der Erziehungskunst, TB, 604, S. 172/173)

Gerhard Nadolny ,  im Februar 2012

P.S. Mein  Angebot einer Stellungnahme hat die Remscheider Waldorfschule leider nicht wahrgenommen

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Ein Gedanke zu „Erfahrungen eines „verhinderten“ Waldorf Großvaters

  1. Sehr geehrter Herr Nadolny,

    vielen Dank für Ihre ausführliche Stellungnahme. Bitte erlauben Sie mir dieser doch recht subjektiven Erfahrung eine weitere subjektive Erfahrung entgegenzustellen.
    Ich selbst war elf Jahre lang Schüler dieser von Ihnen beschriebenen Einrichtung und kann ihre Darstellung deshalb nicht unkommentiert lassen.

    Vor nun schon fast vier Jahren habe ich die Schule mit dem Abitur abgeschlossen. In unserer Klasse haben alle, die es versucht haben, das Abitur bestanden. Fast ein Drittel der Schüler (vier von 14) ist dabei mit einem „Einserschnitt“ auf dem Zeugnis ins weitere Leben gestartet. Nach meinem Kenntnisstand (hier lasse ich mich gerne korrigieren) waren wir in diesem Jahr die „beste“ Schule Remscheids, wenn man den Durchschnitt der Abschlussnoten betrachtet. An dieser Stelle möchte ich davon absehen, dass ich schon so kurz nach der Schulzeit die Überzeugung gewonnen habe, dass Schulbildung sich nicht nur am Durchschnitt festmachen lässt. Übrigens ist der gute Durchschnitt nicht auf das „Waldorfabitur“ zu schieben, da es sich um den ersten Jahrgang mit Zentralabitur an unserer Schule handelte. Der einzige Unterschied zwischen „unserem“ Abitur und dem der Staatsschulen ist inzwischen der, dass wir statt vier Prüfungen (drei schriftliche, eine mündliche), wie es an Staatsschulen der Fall ist, sechs Prüfungen (vier schriftliche, zwei mündliche) absolvieren müssen. Außerdem zählt bei uns nur die Note der Abschlussprüfung, während an den Staatsschulen über zwei Schuljahre Punkte gesammelt werden.

    Damit komme ich zum nächsten Punkt, dem „Zusatzunterricht“ an Waldorfschulen. Wie sie so kritisch bemerkten lernen hier Jungs Häkeln, Mädchen Schreinern und wir alle unseren Namen tanzen. Und ich sage: Gott sei Dank! Hinzufügen könnte man noch, dass wir außerdem Steinmetzen, Plastizieren, Gärtnern, Kupfertreiben, Schmieden und weitere schneiderische Fertigkeiten erlernen. Ich habe diese Fächer nicht immer geliebt. Aber ich bin froh, dass ich heute einen Schrank bauen, eine Jacke nähen oder ein Kunstwerk anfertigen kann, wenn ich das möchte. Hier sehe ich eine der großen Stärken der Waldorfschule, dass eben nicht nur „der Kopf“ unterrichtet wird. Hier wird der Schwerpunkt auf eine umfassende „Menschenbildung“ gelegt, für die ich sehr dankbar bin.

    Nach dem Abitur habe ich im Rahmen des Zivildienstes eine Rettungssanitäterausbildung abgeschlossen um anschließend mein Maschinenbaustudium zu beginnen. Hier ist es mir (trotz der Leistungskurse Deutsch und Englisch und lediglich des Grundkurses Mathematik) gelungen, die Mathematik- und Physikprüfungen mit überschaubarem Lernaufwand und -eifer zu überstehen. Übrigens im Gegensatz zu vielen meiner Kommilitonen, die nicht in den Genuss der Waldorfschule gekommen sind. Im Moment stehe ich vor dem letzten Semester meines Bachelorstudiums und bin optimistisch, dieses in Regelstudienzeit mit einem ordentlichen Durchschnitt beenden zu können. Leider keine Selbstverständlichkeit mehr in Zeiten von Bachelor und Master.

    Unter einer „Weltanschauungsschule“, wie die Waldorfschule von Ihnen bezeichnet wird, verstehe ich übrigens etwas ganz anderes, als es die Waldurfschule in Remscheid darstellt. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich hier ganz ausdrücklich über diese eine Waldorfschule rede und nicht über die Waldorfschulen im Gesamten. Es gehört zum Konzept der Waldorfschule, dass zwar nach der Lehre Rudolf Steiners gelehrt wird, aber nicht die Lehre selbst vermittelt wird. Wenn Sie mich heute fragen würden, welche Weltanschauung hinter der Waldorfschule steht, ich müsste passen oder könnte es Ihnen zumindest nicht näher ausführen. Denn an der Schule wird dies eben nicht vermittelt und somit ist es, zumindest nach meiner Auffassung, eben keine „Weltanschauungsschule“. Und was die rassistischen Äußerungen Steiners angeht, so sind diese weder Thema an der Schule, noch spiegeln sie auch nur im Ansatz die Überzeugungen der heute handelnden Personen wieder.

    Erlauben Sie mir auch noch ein Wort zu Ihren Erfahrungen in den Finanzgesprächen. Ich selbst habe als Schüler bisher keine Finanzgespräche führen dürfen. Bis ich dies als Elternteil nachholen darf dauert es hoffentlich auch noch einige Jahre. Allerdings kenne und erkenn ich die von Ihnen genannten Personen und möchte auch dazu ihren Eindrücken meine eigenen entgegenstellen. Dass Sie den Vorsitzenden des Finanzkreises u.a. nach ihrem subjektiven Eindruck des Äußeren beurteilen, lasse ich mal dahingestellt und (fast) unkommentiert. Ich selbst habe ebendiesen Menschen als außerordentlich umgänglichen, interessierten und liebenswerten Menschen kennengelernt und finde es traurig, wie er von Ihnen nach einem wenn auch unerfreulichen, nichtsdestotrotz kurzen Eindruck „abgekanzelt“ wird. Man sollte vielleicht bei der Darstellung eines solchen Eindrucks auch mal bedenken, dass die Mitglieder der verschiedenen Kreise und des Vorstands viele Stunden ihrer Freizeit opfern um die Schule zu unterstützen. Das diesen Leuten nicht daran gelegen ist, Eltern zu vergraulen, versteht sich meiner Meinung nach von selbst. Die von Ihnen genannten „„anthroposophischen“ Elternvertreter(…), welche gemeinsam mit dem herrschenden Lehrerkollegium die Fäden der Macht in der Hand halten“ haben mich ein bisschen zum Schmunzeln gebracht. Denn diese Elternvertreter kenne ich zumindest zum Teil persönlich relativ gut und weiß wie sehr sie überzeugte Antroposophen sind (inkl. der dazugehörigen Weltanschauung) und wie sehr sie einfach nur von dem Lehrkonzept der Schule überzeugt sind.

    Einen letzten Punkt möchte ich noch ansprechen bevor ich schließe. Sie stellen die Behauptung auf, dass „ein Zurück auf eine staatliche Schule (…) nach einigen Jahren Waldorf kaum noch möglich“ ist. Diese Behauptung ist tatsächlich blanker Unsinn, verzeihen Sie hier bitte meine deutliche Ausdrucksweise. Ich habe gerade in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass Schüler, die nach vielen Jahren Waldorfschule und vor dem Abitur, aus welchen Gründen auch immer, auf eine staatliche Schule wechselten, dies ohne größere Probleme geschafft haben. Sie stellen die „Waldis“ hier wie eine Sekte dar, aus der man nicht, oder nur schwer wieder herausfindet. In diesem Punkt möchte ich Ihnen nicht nur meine Meinung entgegensetzen, sondern Ihnen ganz klar widersprechen.

    Insgesamt lässt sich aus meiner Sicht und mit ein paar Jahren Abstand zur Schulzeit sagen, dass „Die höchst umstrittenen Positionen eines Rudolf Steiners“ mir sicherlich nicht geschadet haben „und ein Menschenbild, das lebenslang auf allen Waldorf Schülern lastet“ mir nicht „zur Last“ geworden ist, sondern mich im Gegenteil immer wieder zur Achtung aller Menschen ermutigt.

    Ich weiß, dass ich Ihnen ihre Erfahrungen nicht zerreden kann und ich bedauere es sehr, dass Sie ein so negatives Bild auch von „unserer“ Schule gewonnen haben, aber ich konnte mich nicht zurückhalten dieser doch recht einseitigen Darstellung eine sicherlich ebenso einseitige, aber die Sache doch aus einer anderen Richtung betrachtende Darstellung gegenüberzustellen.

    Hier möchte ich schließen und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

    Johannes Hedderich, im März 2012

    PS: Ich lade Sie herzlich ein, mir eine korrigierte Version meines Kommentars zuzusenden, damit ich die für Waldorfschüler charakteristische mangelhafte Orthografie nach und nach ausbessern kann.

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