Wo Freiheit draufsteht ist, darf kein Lambsdorff drin sein.

Bevor ich zu Europa komme, möchte ich kurz über die Hamburgerin sprechen, die Christian Lindner glücklich gemacht hat: Katja Suding. Auf Sie war der Wahlkampf zugeschnitten, sie wurde als Engel auf High Heels ins Rennen geschickt um das Eis zu brechen. Ja, sie hat es geschafft und bewiesen, die FDP ist doch kein totes Pferd. Wie ist dieser Erfolg zustande gekommen? Vor allem mit einer neuen, frischen Verpackung, also mit Marketing. Geholfen hat sicherlich auch eine Wutrede von Lindner im NRW Landtag. Nun will der Stadtstaat Hamburg die Richtung in der FDP vorgeben. Eine PR Managerin wie Suding weiss: „Sex sells“. Aber ist die Botschaft aus Hamburg, das in der neuen, facegelifteten Partei der Freiheit ein schön verpacktes Produkt wichtiger ist als es Inhalte sind, wirklich zielführend? Hamburg ist ein kleiner Stadtstaat und hat etwa 1/10 so viele Wähler wie NRW. Die Bundestagswahl 2017 wird also bestimmt nicht in Hamburg, sondern eher in NRW entschieden und hier gibt es keine Suding sondern einen Lindner.

Hört man dem rhetorisch hochbegabten FDP Chef Verkäufer aufmerksam zu, so bietet er den Kunden der FDP jetzt Freiheit und klassischen Liberalismus an. Zumindest in seinen Schaufensterreden. Zweifel sind erlaubt, denn ein guter Verkäufer wie Lindner kann jedes Thema an den Mann und die Frau bringen, wenn es seinen Umsatz steigert.

Schaut man hinter die frisch angestrichene Fassade so kommt einem die FDP nicht wie eine Partei der Freiheit mit demokratischen Rede- und Mitbestimmungsrechten für jedes Mitglied, sondern wie eine zentral gemanagte Firma vor. Eine Firma vor, die zunächst Lieferantenkredite  und dann die regionalen Niederlassungen in Anspruch nehmen muss, um ihren neuen Marketingauftritt zu finanzieren.

Auf den Produktlisten dieser Firma, welche Freiheit anbietet, stehen jedoch Kandidaten, die mehrheitlich vom Management bestimmt. werden. Auch hier hat  Hamburg die Richtung vorgegeben. Die mit den Neuen Liberalen gescheiterte und von der FDP gemobbte Sylvia Canel ist ein Opfer dieser Richtung

Die FDP ist typisch für ein Parteiensystem, von dem sich in Hamburg 45 % der Wähler abgewendet haben. Solche Parteien verbrennen sehr viele demokratische Kräfte. Wer gegen die Mächtigen in diesen Parteien ankämpft verschwendet seine Energie für Kämpfe, die meist erfolglos sind. Ein aktuelles Beispiel ist der Kampf der FDP Basis gegen die Vorratsdatenspeicherung. Was interessiert einen FDP Parlamentarier wie Graf Lambsdorff schon die Beschlusslage. Er stimmte vor wenigen Tagen im EU Parlament einer Resolution zu, in der die anlaßlosen Fluggastdatenspeicherung und die Rundumüberwachung durch Instrumente wie „Passenger Name Record“ und dem „Terrorist Finance Tracking Programme“ gefordert wird und bei dieser Gelegenheit den EU- Bürgern grundrechtswidrige Maßnahmen untergejubelt werden.

Mein Fazit: Wo Freiheit draufsteht ist, darf kein Lambsdorff drin sein, andernfalls werden die drei Engel auf High Heels bald ein totes Pferd reiten.

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