Für Liberale ist die neu gegründeten ALFA Partei eine „No-Go“ Area .

Der als AfD Sprecher abgewählte Bernd Lucke startet mit der ALFA Gründung einen zweiten Versuch, sich  seinen Traum, Mitglied des deutschen Bundestages zu werden, zu erfüllen. So wie es derzeit aussieht, wird es ein Traum bleiben.

Warum? Weil Bernd Lucke und Bernd Kölmel ihre neue ALFA Partei (Zitat): „sauber halten“ wollen. Mit einer  „Saubermann“ -Strategie   aber keine strittigen Themenfelder besetzen können. Politische Säuberung heißt: Ausgrenzung von Personen und Personengruppen. Ziel ist der Machterhalt der dominierenden Personen innerhalb eines autoritären Regimes. Die „sauber halten“ Strategie verrät also sehr viel über das Demokratieverständnis der in der AfD gescheiterten ALFA Führungskräfte.

Angeblich will Lucke den Fehler, den er als AfD Chef machte, nämlich am „rechten Rand“ zu fischen, vermeiden. Die prophylaktische Aussortierung von potenziellen Mitgliedern, die sich die Freiheit erlauben, selbst und damit zwangsläufig auch oft anders als die Parteispitze zu denken, ist einer freiheitlichen Partei unwürdig und erinnert eher an das Verhalten einer undemokratischen Sekte.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, Lucke und Kölmel wollten sich nur vor Mitgliedern schützen, die nicht mit beiden Beinen fest auf unserer freiheitlichen Grundordnung stehen. Diese Einschätzung trifft aber nicht den Kern. Wer Angst vor parteiinternen Kritikern hat und sich lieber nur mit „Ja“-Sagern“ umgibt, lebt nicht in der realen Welt und sollte in einer Demokratie keine politische Verantwortung übertragen bekommen.

Lucke wurde als AfD Sprecher abgewählt, weil er in der „Alternative für Deutschland“ die Macht komplett an sich reißen und keine Götter neben sich dulden wollte. So was soll, wie man auch an unserer Kanzlerin sehen kann, in der Politik schon mal vorkommen. Aber Lucke fehlt der Instinkt und die emotionale Intelligenz einer Angela Merkel, denn sonst wäre er innerhalb der AfD nicht so grandios gescheitert. Wie zerstört sein Verhältnis zu den ehemaligen AfD „Parteifreuden“ ist, lässt sich aus diesem Auszug einer aktuellen Pressemitteilung von Prof. Meuthen (AfD Sprecher) ablesen:

„…Inhaltlich präsentierte sich die neue Partei mit einem Verschnitt aus von dort plagiierten Programmpunkten der AfD, was sie aber nicht davon abhielt, die AfD ein weiteres Mal ohne jeden Anstand und wider besseres Wissen als „rechtsaußen“ und – besonders infam – gar als „rassistisch“ zu verleumden.“

Dem ALFA Spitzenmann fehlt auch die Erkenntnis, dass man über ehemalige Kollegen und Mitarbeiter nicht schlecht redet, denn so etwas fällt meist auf einen selbst zurück. Sein Scheitern bei der AfD und die umgehend erfolgte Trotzreaktion hat seinem Image schwer geschadet. Er steht mehr denn je unter dem Verdacht, dass es ihm weniger um die Sache, als um seine persönlichen Machtansprüche geht.

Lucke hat sich in Kassel von einer handverlesenen Gruppe in einer nicht öffentlichen Veranstaltung zum Chef einer Kleinstpartei, mit derzeit etwas mehr als 1000 Mitgliedern wählen lassen. ALFA will nun in den Landtagswahlkämpfen von Baden Württemberg und Rheinland-Pfalz durch „innovationsfreudige Dynamik“ und Sachverstand um Parlamentssitze kämpfen.

Mit welchen Inhalten? Mit der Eurokritik des Makroökonomen Lucke ? Wohl kaum, denn ein deutscher Euro Austritt ist für  ihn weder verantwortbar noch erklärtes Ziel. In diesem Punkt wird er rechts von dem Pärchen Frauke Petry und Marcus Pretzell und links von dem Pärchen Sarah Wagenknecht und Oscar Lafontaine überholt. In Sachen Eurokritik laviert er inzwischen auf Augenhöhe mit dem opportunistischen FDP Chef Lindner. Dass Lucke sich einer Diskussion über die Ursachen der Schuldenkrise, also einer Kritik des sog. FIAT Money Systems verweigert, ist nicht neu, aber immer wieder erwähnenswert.

Auch in der Asyl Debatte beschäftigt er sich nur mit Symptomkuriererei, kritisiert aber nicht die Politik, die ursächlich für die Not der Flüchtlinge ist. Eine derartige Ursachenforschung ist für einem Transatlantiker ein zu dünnes Eis.

Auch als ALFA Chef grenzt er sich scharf vom jedermann ab, der im Verdacht steht, die USA zu kritisieren, den Putin zu verstehen oder im Islamismus eine Gefahr zu sehen. Fragen zu 9/11 fallen für Lucke unter Verschwörungstheorie, auch dann wenn es um Naturgesetze geht. Die öffentlichen Sender will er ausschließlich durch GEZ Zwangsgebühren finanzieren und so den Einfluß der Politikerkaste auf die Medien sichern.

Als ALFA Mitglied kann man – laut der Einschätzung seines EX Parteifreundes Prof. Alexander Dilger- nur was werden, wenn man dieselbe Meinung wie Bernd Lucke hat. Andernfalls gilt demzufolge das seit Helmut Kohl bekannte EDEKA Prinzip (Ende der Karriere).

In unserer pluralistischen Gesellschaft leben viele Liberale, für die der politische Diskurs mit Andersdenkenden sehr wichtig ist. Innerhalb der ALFA Partei wird aber der Konformismus schon in der Satzung festgeschrieben. Auch am Wahlergebnis der jüngsten Landesverbandsgründung in Baden- Württemberg erkennt man den ALFA-Geist: Keine einzige Gegenstimme für Kölmel, nur eine ungültige, davon träumte selbst Erich Honecker.

Lucke und seine kleine ALFA Partei sind systemkonform und keinen Deut besser als die scheindemokratischen Blockparteien. Auch ihnen geht es vor allem um Macht und Karriere. Hier haben sich keine Liberalen vereinigt, sondern Etatisten. Aber der Vater Staat wird unsere Probleme (weder die Schuldenkrise noch die Flüchtlingskrise) nicht lösen. Er ist selbst ein Teil des Problems.

Bekanntlich geschieht in der Politik nichts ohne Zufall. Darüber, welche eigentliche Funktion dem langjährigen Christdemokraten Lucke von unserem Parteiensystem zugewiesen wurde, lässt sich aber nur spekulieren. Es war bestimmt kein Zufall, dass Lucke Anfang 2013 von den Medien hochgejubelt wurde. Persönlich würde ich mich nicht einmal wundern, wenn Lucke bald ein Mitglied der Atlantikbrücke oder sogar Teilnehmer einer Bilderberg Konferenz würde.

Da ALFA und AfD in Bezug auf das Wählerpotenzial große Schnittmengen haben, dürfte die von Lucke gegründete Kopie noch geringere Chance als die in 2013 sehr stark gestartete und nun vor dem Abgrund stehende AfD haben. Von dieser Entwicklung profitiert zunächst mal die CDU. Die wichtige Frage: „Wem ist Lucke nützlich? “ wurde damit auch beantwortet.

Advertisements

Ein Gedanke zu „Für Liberale ist die neu gegründeten ALFA Partei eine „No-Go“ Area .

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s