Bernd Lucke belügt die Tagesschau

Hier ein Auszug aus einem Interview vom 22.6.16 mit der tagesschau.de

„Parteifusionen gehören nicht zu unserer Strategie“

tagesschau.de: Sie wurden jüngst als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl aufgestellt. Gleichzeitig prüft ALFA bereits, mit anderen Parteien zu fusionieren, um ihre Wahlchancen zu erhöhen. Ist das nicht eine Panikreaktion auf ihre schlechten Umfragewerte?

Lucke: Keineswegs. Natürlich reden wir mit Parteien, die ähnliche politische Ziele verfolgen, darüber, ob wir irgendwie zusammenarbeiten können. Über eine Fusion ist aber nie ernsthaft gesprochen worden. Das ist auch kein wesentliches Element unserer Strategie. Das Gerücht ist von einer Partei in die Welt gesetzt worden, die enttäuscht darüber war, dass wir nicht mit ihr fusionieren wollten.

Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/interview-lucke-101.html

 Hier ein Auszug aus einem Schreiben vom 11.6.16 des stellvertretenden ALFA Bundesvorsitzenden Herrn van Suntum an mich:

Lieber Herr Nadolny,  ich habe eine Doodle-Umfrage erstellt zu unserem geplanten Gespräch über eine eventuelle Parteifusion und möchte Sie gerne einladen, daran teilzunehmen“.

Als Teilnehmer von 2 Fusionsgesprächen mit der ALFA stelle ich fest:

  1.  ALFA hat schon fast um eine Fusion mit uns gebettelt
  2. Der Titel: Parteifusion stammt von ALFA
  3. Die DBD hat die Gespräche mit ALFA beendet
  4. Herr Bernd Lucke hat in seinem Interview gelogen.

Ist Essen Bernd Luckes EDEKA ?

Der Termin des verschobenen AfD Bundesparteitages  steht nun fest, er soll am 4./5. 7 in Essen, als tief im Westen stattfinden. Aber es ist zu befürchten, dass die Sachsen trotzdem kommen.

Warum interessiert jemandem wie mich, der in 2013 nur ein kurzes Gastspiel in der AfD gegeben hat, dieses Thema eigentlich noch? Vielleicht, weil ich als eines der ersten Mitglieder vom März 2013 bis August 2013 viele der heutigen Kampfhähne  persönlich kennen lernte. Vielleicht, weil ich immer noch hoffe, dass die AfD den Blockparteien so richtig „Feuer unter dem Hintern macht“.

Im verschneiten Oberursel waren es im Frühjahr 2013 vor allem Bernd Lucke und Joachim Starbatty, die mich motivierten  in die AfD einzutreten. Die Behauptung von Alexander Dilger , ich würde Lucke inzwischen hassen ist, um mit Herbert Wehner zu sprechen “gequirlte Scheisse“. Wenn ich ihn kritisiere, dann ist das wohlwollend gemeint.

Natürlich habe ich schon 2013 vom mißlungenen Königsmord durch Michael Heendorf am 8.März 13 erfahren und auch mitbekommen, dass Martin Renner danach in Ungnade gefallen ist und nach dem Willen von Lucke  in NRW mittels Alexander Dilger „kaltgestellt“ werden sollte.

Ich hatte in diesem Zeitraum  die Chance, mich mit verschiedenen Mitgliedern des Bundesvorstandes sowie der Pressesprecherin auszutauschen und habe natürlich auch Kritiker von BL wie Roland Scheel oder Dennis Deppe kennengelernt.

Es war eine aufregende und interessante Zeit. Auf dem ersten Bundesparteitag im April 2013 in Berlin war Bernd Lucke das unbestrittene Alphatier. Frauke Petry stand in seinem Schatten, gewann aber viele Herzen.  Das ist ihr heutiges Pfund, mit dem sie wuchert.

Über das was danach in der AfD geschah  könnte ich ein Buch schreiben. Es begann -in Erwartung der Bundestagswahl- in allen auf die Schnelle gegründeten Landesverbänden ein Hauen und ein Stechen um die vorderen Listenplätze. Es war zu spüren, dass die AfD eine Chance hatte. Die 5% Hürde wurde knapp verpasst und aus meiner Wahrnehmung lag das nicht zuletzt an der Kommunikationsstrategie. Diese hieß Bernd Lucke. Er war das Gesicht, das Programm und  die Stimme der AfD.

In den Landesverbänden brannte bald der Krieg zwischen den Parteifreunden lichterloh, in NRW z.B. zwischen Dilger und Renner. Lucke musste nicht nur Wahlkampf machen, sondern bundesweit und permanent „Feuerlöscher“ spielen.

Als Hochschullehrer hatte er natürlich keine Erfahrung mit der Führung von größeren Organisationen und auch keine Erfahrungen mit einem Start up. Er war der Flaschenhals und überschätze meines Erachtens seine Omnipotenz. Er wollte alles kontrollieren, hätte aber besser daran getan, mehr zu delegieren und anderen zu vertrauen.

Seine Macht in der AfD war nur solange  wirklich stark, wie Frauke Petry und andere sich das gefallen liessen. Inzwischen muss man  feststellen, dass Frauke Petry, Beatrix von Storch, Alexander Gauland und Marcus Pretzell den Dolch in der Hand halten, um den König zu stürzen.

In Essen wird es nur zur entscheidenden Schlacht kommen. Muss Bernd Lucke in Essen Edeka – Ende der Karriere – befürchten?

Ja, die Befürchtung muss er haben. Lucke hat für Essen eine Kampfkandidatur gegen Petry angekündigt. Er will dort eine komplette, nämlich seine Mannschaft für den neuen Bundesvorstand durchboxen. Dazu könnten Hans Olaf Henkel, Joachim Starbatty, Bernd Kölmel und Ulrike Trebesius, Roland Geiger, Philipp Meyer oder Jörn Kruse gehören.

Sollte Bernd Lucke den Kampf um den Bundesvorstand verlieren, dürfte das wahrscheinlich nicht nur  das Ende seiner AfD Karriere sein.

Für diesen Fall rechne ich mit der Spaltung der AfD und mit der Gründung einer neuen Partei. Die Grundlagen dafür werden derzeit im Weckruf2015 gelegt. Einen AfD Politiker wie Bernd Lucke unter einer  Strippenzieherin wie Frauke Petry und Ihrem Hiflfstrippenzieher Marcus Pretzell kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.

Die Entscheidung für einen Mitgliederparteitag war vollkommen richtig. Nur die Mitglieder und nicht in Hinterzimmern ausgekungelte Delegierte (wie z.B. in NRW) können eine für die AfD so schwerwiegende und folgenreiche Entscheidung treffen.

Mein Tipp fürs Protokoll:

Die Schwarmintelligenz wird in Essen  siegen. Die Sachsenkönigin wird verlieren.