Bringt uns die kalte Sophie einen Deflationsschock?

Die frostigen Heiligen  zerstören bekanntlich das was der Frühling gebracht hat. Gilt in diesem Jahr  diese alte Bauernregel auch für den Edelmetall Markt? Anfang Mai ist der HUI Kurs  überhaupt nicht hui, sondern  pfui.

Der Abstand zur 200 Tages Linie ist auf einem 3 Jahres Hoch; das Potential war selten größer.

Gäbe es keine Spielverderber unter den sogenannten „Experten“, die permanent vor einem Deflationsschock raten und ihren  Kunden sogar empfehlen, ein Teil des Geldes in Absicherungs-Zertifikate zu investieren (also Gold und Silber zu“ shorten“)  dann müsste man jetzt seinem Juckreiz in den Fingern nachgeben und seine Investitionsquote auf 100 % hochfahren

Aber wer sich anschaut, mit welchem  Hebel  vor allem  europäische Banken unterwegs sind, der kann  zu Recht Angst bekommen. Dazu muss er auch gar nicht bis nach Spanien gehen. Die Zahlen aus Deutschland sind schwindelerregend genug. Gemäß dem  Institut für Wirtschaftsforschung benötigen die deutschen  Banken 147 Milliarden Euro an frischem Kapital. Sie sind völlig unterkapitalisiert und mit einem Hebel von über 30 auf ihr Eigenkapital in den Märkten.  Als Lehmann in 2008  kollabierte war sein Hebel  ebenfalls  30:1.  Wer sein Depot absichern will, der sollte keine Edelmetalle, sondern  europäische Banken shorten.

Die Zentralbanken stehen vor der Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder sie montetarisieren alles und erzeugen so Hyperinflation oder sie lassen die Banken  deflationär kollabieren und dann haben wir „Game Over“.

Man muss kein Insider sein, um zu erkennen, dass die EZB als  ein Teil des Systems alles tun wird, um das System zu stabilisieren und einen deflationären Kollaps zu verhindern.

Ein weiteres Indiz dafür, dass wir vor keinem deflationären Schock stehen, sind die  Frühindikatoren aus der Wirtschaft. Der Wert des  globalen  Einkaufmanagerindex  liegt im April mit 51,4 über der Expansionsschwelle von 50. Auch die Einkaufmanagerindices aus den Schwellenländern trotzen den Pessimisten.

Zwar lässt  die Inflation  in der Eurozone noch auf sich warten und  auch die Kreditvergaben an private Haushalte  sind auf einem Tiefpunkt, aber  die Euro- Geldmenge steigt wieder an. Seit 1980 ist die Geldmenge M3 in den 34 OECD Staaten über 3mal höher als die Wirtschaftsleistung  angestiegen.

Die Mathematik (E-Funktion)  liefert uns die absolute Gewissheit, dass unser Papiergeldsystem endlich ist. Die einzige offene Frage lautet: wann ist das Ende erreicht. Die Volkswirtschaften im Euroraum haben bereits eine Verschuldung erreicht, bei der sie  nicht mehr in der Lage sind, die Schuldzinsen zu bedienen. Es gibt es nur noch die Möglichkeit, alte Zinslasten mit neuen Schulden  zu zahlen, was wiederum neue Zinslasten erzeugt. Dadurch entsteht eine  Verschuldungsspirale, welche am Ende  zu  einer „Währungsreform“  führen muss.

Bisher war man bei jedem „Haircut“ mit Sachwerten besser gestellt als mit Papiergeld. Deshalb bin und bleibe ich b.a.w. ein Silberbug.

Wer sich den  Silberpreis seit Ende 2009 (siehe vorstehenden  Chart) genau anschaut, der sieht  einen steilen  Preisanstieg von $15 auf 50$  (x 3,3) vom Frühjahr  2010  bis zum April 2011 und seitdem Mai 2011  eine  lange Seitwärtsbewegung.

Der Anstieg  vom Ende April über 31 $ erzeugte Hoffnung, dass der massive Widerstand bei 35 $ bald angegriffen wird. Aber derzeit haben „kalte Heilige“ wieder  die Oberhand und prüfen unsere Geduld.

Sobald der Keil, den der Silberkurs ausgebildet hat nach oben durchbrochen und vor allem die 35 $ geknackt sind, steht uns eine Anstiegsphase bevor, die über das 3-fache hinausgehen sollte. Silberkurse  über 100 $ sind deshalb  für das Jahr 2013 alles andere als unwahrscheinlich.

 

Gerhard Nadolny

Im Mai 2012

www.diesilberseite.de

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Deflationsschock? Das ist jetzt die Frage.

Der „sell-off“ an den Aktienmärkten überraschte mich  nicht, nachdem die Schulden der USA ins Scheinwerferlicht gerieten. Sogar Standard und Poor´ s hat gemerkt, dass die Amis kein AAA Rating mehr verdienen.  Dies ist ein historisches Ereignis und wird Folgen für die Entwicklung der Edelmetalle haben. Das keynesianische Experiment geht zu Ende. Ich weiß nicht, welche Turbulenzen uns kurzfristig ins Haus stehen, aber ich bin sicher, dass man  jetzt  keinesfalls aus den goldenen und silbernen Rettungsbooten aussteigen darf. Sie sind die beste  Absicherung in diesen stürmischen Zeiten. Nur Angsthasen, die nichts begriffen haben, verlassen  jetzt ihre Rettungsboote.

Mutigen Naturen, die Zeit und Nerven haben, würde ich sogar antizyklisches Verhalten, also “Gold und Silber long“ empfehlen. Wenn man seinem eigenen Kompass vertraut, wird man sich auch nicht von jedem Experten verunsichern lassen.

Die Märkte warteten am Freitag gespannt auf die  US-Arbeitsmarktzahlen.Manipulierte Statistiken  können nichts kaufen und historische Datenreihen sind keine Glaskugel. Was soll man schon von „Experten“ halten, die sich von einer Lügen-Statistik  beindrucken lassen oder von   „Experten“, die permanent  vor einem Deflationsschock nach dem 2008 er Muster warnen? Experten und Datenfreidhöfe können die Frage, ob wir aktuell vor einem neuen Deflationsschock stehen, nicht mit ausreichender Sicherheit beantworten.

Vielleicht liefert uns das Ergebnis des FED- Offenmarkt Ausschusses am Dienstag einen Hinweis? Negative Zinsen haben wir schon, also dürften die Herren des Papiergeldes andere Lockerungsübungen, wie z.B. „QE3“, zur   weiteren Verwässerung  des Dollars ergreifen. Dies könnte die Märkte vorrübergehend stimulieren, wird aber keine große Depression verhindern.

Die Verkündung eines QE3 wird den Dollar in Richtung Süden schicken und Gold, als sicherer Hafen wird dann weiter zulegen. Dieses aus meiner Sicht  wahrscheinlichste Szenario hat sich am vergangenen  Freitag schon angedeutet. Gold ist erwartungsgemäß nicht unter die Räder gekommen, sondern gegen den Dollar gestiegen.

Gegen einen Deflationsschock bei den sicheren Häfen spricht auch der Ölpreis. Im Gegensatz  zu 2008 ist er bisher nicht gefallen, sondern am Freitag sogar leicht angestiegen. Nur der Silberkurs macht mir Sorgen. Es hat im Gegensatz zu Gold, die Woche in den  roten Zahlen beendet.

Der o.a. Wochenchart sieht nicht gut aus. Bevor Silber die 42 $ Marke nochmals sieht, könnte es zunächst noch  mal bis auf 35 oder36 $ fallen.

Solange Gold noch  über 1650 $ und der HUI Minenindex über 500 Punkten stehen, sehe ich keine Entwicklung eines neuen Deflationsschockes.

Das Ratio des XAU Gold- und Silberminenindex zu Silber steht mit aktuell mit rund 1:5 wesentlich tiefer als am Höhepunkt des Deflationsschockes in 2008. Damals war das Ratio 1: 7.

Es ist theoretisch zwar möglich, dass Gold auf 1700 $ steigt und Silber gleichzeitig auf 35 $ fällt. Aber viel wahrscheinlicher ist eine Korrelation der Preisentwicklung. Gold ist  Weg zurück zu  seiner monetären Eigenschaft als Reservewährung. Warum sollten sich die Wege von Gold und Silber in dieser Phase trennen? Welchen Grund könnte es dafür geben?

Die nach wie vor wichtigste Wirtschaft in unserer Welt ist auf dem Weg in die Stagflation und die Tage des US-Dollars als Welt Leitwährung sind gezählt. Der Verlust der Bestnote AAA wird nicht nur die Finanzierung der US Schulden sondern auch Verbraucherkredite verteuern und die Entwicklung einer großen Depression beschleunigen. Wer in seinem Depot derzeit noch etliche DAX oder S & P Aktienwerte hat, sollte sich überlegen, ob er die richtigen Berater hat. Die Flucht  aus Aktien und  amerikanischen Staatsanleihen wird sich fortsetzen und Investitionen in  Edelmetalle werden bis auf weiteres  die  besten Alternativen bleiben.

Die  Flucht in Gold und Silber wird von den Herren des Papiergeldes, dem Bankenkartell, verstärkt bekämpft werden. Mit weiteren Überfällen auf die  Kurse ist  jederzeit zu rechnen.

Bleiben Sie  hellwach. Beobachten Sie täglich den Dollarindex, den Goldpreis, den Ölpreis und den HUI Minenindex. Wenn sich die Hinweise auf einen zweiten Deflationsschock verstärken, also Gold, Öl und HUI fallen, dann greifen Sie notfalls zu Put Optionsscheinen  und/oder sichern Ihre  Minenaktien mit  Stopp-Loss Kurse ab. Aber behalten Sie Ihr physisches  Gold und Ihr Silber.

Sehr ratsam sind auch Bargeldreserven, mit denen man auf Einkaufstour gehen könnte, sollten die Minenwerte tatsächlich massiv einbrechen.

Aber von allen anderen Aktien würde ich vorerst die Finger lassen. Ein Hinweis darauf, wann die Aktien wieder richtig billig sind, wird uns das DAX: Silber Ratio liefern. 1980 brauchte man nur rund 12 Silberunzen, um den DAX zu kaufen. Im März 2000 kauften  845 Unzen einen DAX.

Werden es  bereits im März 2012 oder vielleicht  erst in 2013  weniger als 30 sein?