Finanzielle Repression

Der Begriff „finanzielle Repression“ taucht  zunehmend in Beiträgen auf, wenn es  um die finanzielle Zukunft der gesamten westlichen Welt geht.

Repression ist ein Synonym für Unterdrückung, Hemmung oder Zurückdrängung (vgl. Wikipedia). Planen  nun  einige Fachleute die finanzielle Unterdrückung der  Bevölkerung? Kann man mit „finanzieller Repression“ den Staatsbankrott verhindern?

M.E. nicht, aber man kann das Sterben der Staatshaushalte verlängern in dem man  die Bürger und Unternehmer  in den kommenden Jahren mit  allen möglichen Maßnahmen  finanziell ausblutet. Hier einige Beispiele:

  • Gesetzlich festgelegte Höchstzinssätze für (Staats)- Anleihen und Bankguthaben – diese liegen natürlich unterhalb der realen Inflation ( = negative Realzinsen)
  • Abhebebeschränkungen von Bargeld und Einschränkung des Bargeldverkehrs
  • gesetzlich festgelegte Wechselkurse
  • Kapitalverkehrskontrollen
  • Besteuerung, Handelsbeschränkungen oder sogar Verbot von Gold
  • Einführung neuer Steuern und  Erhöhung von Abgaben

Diese unvollständige  Aufzählung,  zeigt,  wie unangenehm die finanzielle Repression für den Bürger  ist. Verläuft sie jedoch über fünf bis zehn  Jahre erfolgreich, dann lässt sich  ein Staatsbankrott verzögern. Am   Ende einer Repressionsphase wird allerdings  eine Währungsreform stehen müssen, um das Vertrauen in das Geldsystem  wieder neu zu gewinnen.

Die Deutschen haben große Teile Ihres Vermögens innerhalb des  Papiergeldsystems zu niedrigen Zinsen angelegt. Diese Geldanlagen werden  in der finanziellen Repression jedes Jahr weniger Wert. Das hilft dem Staat beim entschulden, bringt  aber dem Anleger reale Kaufkraftverluste. Noch ist die Inflationsrate niedrig, aber das wird sich ändern, denn die Notenbanken werden immer wieder  neues, ungedecktes Papiergeld in die Märkte pumpen.

Die Weltwirtschaft steht am Rande einer Rezession. Die Frühindikatoren zeigen keine Wende zu einem  Wirtschaftswachstum an. Gleichwohl werden die Zentralbanken m.E. alles tun, um einen Deflationsschock, wie wir ihn in 2008 erleben mussten, zu verhindern. Allerdings zeigen die Aktienmärkte – auch die Minen – an, dass es starke Verunsicherungen im Markt gibt.

Die Saisonalität stärkt allerdings- zumindest bis zum Jahresende- die Preisentwicklung von Gold und Silber

In der heutigen  Zeit sind Gold und Silber die besten Rettungsboote und Geduld ist der beste Rat, den man immer wiedergeben kann.

Löst eine „Finanzielle Repression“ die Krise?

Vielleicht geht es einigen von Ihnen so wie mir: ich habe die sogenannte „Finanzielle Repression“-Strategie  auf der jüngsten Edelmetallmesse erstmals als einen möglichen Weg aus der Eurokrise näher kennengelernt.

Bis zu diesem Zeitpunkt war  ich- z.B. mit dem Referenten Prof. Ramb – der Meinung, der Euro sei nicht mehr zu retten und alle politischen Maßnahmen hätten nur einen Effekt: die Schulden Deutschlands so lange  zu steigern, bis das Papiergeldsystem zusammenbricht. Die einzige offene Frage, die  fast alle  Experten beschäftigt, lautet: gibt es vor dem Eintritt in die hyperinflationäre Phase noch einen deflationären Schock, ausgelöst durch kippende Großbanken? Es gibt angeblich noch einen dritten Weg.

Wer von Ihnen erwartet nicht- früher oder später – zweitstellige Inflationsraten und sorgt sich deshalb um sein Geld und seinen realen Wohlstand? Ich meine, Sie sorgen sich zu Recht.  Aber es gibt einen jüngeren Silberexperten, der auf der Messe für zweistellige Inflationsraten, als Alternative zu einer Weltwährungsreform, geworben hat. Nicht nur Münchner Messebesucher, sogar  Berliner Politiker will er  zu Befürwortern von „Finanzieller Repression“ missionieren.

Wenn ich diese Strategie richtig verstanden habe, geht es darum, durch eine entsprechende Geldmengenpolitik die Inflationsrate auf 10 oder 12% anzuheben (aber nur eine geschönte Teuerung von 6 oder 8% zu veröffentlichen, um die „Papiergeldfrösche langsam abzukochen“) und gleichzeitig die Zinsen auf niedrigem Niveau  zu halten (z.B. auf 4%).  Negative Realzinsen und wachsende Geldmengen wären in dem „Finanzielle Repression“- Szenario dann das Sanierungskonzept für überschuldete  Staaten.

Persönlich finde ich dieses Konzept menschenverachtend. Es mag zwar sein, dass die staatlichen Schuldenberge auf diese Weise abgebaut und „Game Over“  bis auf weiteres vertagt würde. Aber wem würde es nutzen? Nur den politischen und finanziellen Eliten. Wer würde weiter ausbluten und total verarmen?  Rentner,  Sparer, Lohnabhängige, Arbeitssuchende, Alleinerziehende etc., also weit über 90 % der deutschen Bürger. Mir wäre ein baldiger „Reset“ lieber als ein Schrecken ohne Ende. Lieber als  Zustände, die am Ende schlimmer als in den 30er Jahren werden könnten. Was stört es mich, wenn südliche  Anleihenmärkte, Banken  oder die EZB kollabieren? Da kann ich drauf pfeifen, denn ich besitze weder Anleihen noch Bankaktien.

Aber wer interessiert sich schon für die Interessenlage des kleinen Mannes?  Das unter  Bankstern die „Finanzielle Repression“ etliche  Befürworter hat, wird jedem klar, der einen Blick in die USA wirft. Und ist es nicht so, dass alles was in Amerika „in“ ist, bald auch zu uns kommt?

Stellen Sie sich also vorsichtshalber  – als Alternative zu einer möglichen Währungsreform- auf zweistellige Inflationsraten im Euro Raum ein. Wie machen Sie das am besten?  Natürlich mit den Wertespeichern Gold und Silber.  Aber auf der Münchner Messe nahm nicht nur ein Referent das Wort „Goldverbot“ in den Mund. Je höher die Inflation, desto größer die Gefahr, dass man das Thermometer  verbietet. Ein Silberverbot ist aufgrund der industriellen Anwendungen nicht zu erwarten. Silber ist in beiden oben beschriebenen Szenarien die erste Wahl.

Auch wenn niemand einen kurzfristigen Deflationsschock ausschließen kann, so spricht mittelfristig alles für extrem steigende Silberpreise. Im kommenden Jahr könnte Silber sich als der beste Inflationsschutz erweisen. Ob wir schon 2012 oder erst 2013 dreistellige Spotpreise sehen  ist nicht die entscheidende Frage. Viel wichtiger ist die Frage, was mache ich mit  Gewinnen und wie diversifizieren ich mein Vermögen. Erst wenn das DAX: Gold unter 2  fällt, wird es Zeit, wieder über  Standardaktien nachzudenken. Derzeit sind Gold- und Silberaktien so extrem unterbewertet wie zuletzt im Herbst 2008. Wer sich den XAU Index anschaut, der sieht: der Ausbruch ist zum Greifen nah. Der massive freie Cash Flow der Gold- und Silberproduzenten und zu erwartende Übernahmen werden die Kurse antreiben. Börsennotierte Minenwerte sind aufgrund der Quartalsberichte sehr transparent.  Seit 2000 sehen wir eine klare Outperformance der Minen gegenüber  Standartaktien. Mein im November 2009 gestartetes Musterdepot hat aktuell eine nachgewiesene Performance von rund 110 % bzw. 55% p.a. und das obwohl die richtige Hausse erst noch kommt. Die High Tech Hausse brachte Gewinne von 2000%, aber der XAU Index hat seit 2001 erst um 375% zugelegt.

Diese Fakten  werden  institutionelle Anleger nicht mehr lange ignorieren und bald einsteigen. Investments in Minenaktien sind heutzutage eine sehr großeance, wenn die Auswahl der Werte gepaart ist  mit Geduld und Disziplin.

Ich verfüge über keine hellseherischen Fähigkeiten und habe nur begrenzte Mittel. Deshalb halte ich mich  an bewährte und einfache Regeln. Der beste Einstieg ist immer noch der Zeitpunkt an dem eine Aktie unterbewertet ist. Dies ist aktuell bei den meisten Minenaktien der Fall. Eine weitere Regel lautet: nicht alle Einer in einen Korb zu legen. Neben Silber und seinen Aktien gibt es außer Gold noch im Energiebereich (Öl, Gas, Kohle) aber auch bei  Industrie-Rohstoffen wie Eisenerz oder Kupfer sowie bei Nischenmetallen wie Graphit oder Vanadium sehr empfehlenswerte Anlagemöglichkeiten. Deshalb werde ich ab Januar 2012 für die Teilnehmer des Silberkurses ein zweites Musterdepot anlegen.

Gerhard Nadolny, im November 2011

www.diesilberseite.de