Welche Funktion hat Geld?

Diese Frage lässt sich nicht mit einem einfachen Satz beantworten. Eigentlich nur eine: als allgemein akzeptiertes Tauschmittel.

Echtes Geld ist Freiheit und falsches Geld sind Schulden. Damit bin ich schon mitten im Thema. Unter echtem Geld (= Warengeld) versteht man ein Tauschmittel mit einem inneren Wert. Über viele Jahrhunderte waren Gold und Silber das bevorzugte Warengeld.

Als falsches Geld (= Kreditgeld) bezeichne nicht nur ich unser heutiges staatliche Zwangsgeld, also bedruckte Baumwolle, FIAT Money oder digitale Einheiten auf dem Computer. Wobei ich mit „digitalen Einheiten“ dass von Banken aus dem nichts geschöpfte Kreditgeld und nicht das privat geschöpfte virtuelle Geld mit dem Namen Bitcoins meine.

Regierungen und Hochfinanz haben dafür gesorgt, dass Gold und Silber als echtes Geld durch legales Falschgeld ersetzt wurde. Warum ist staatliches Geld falsch? Weil es ungedecktes Kreditgeld ist und von demjenigen der es erzeugt und verteilt nur ein leeres Schuldversprechen darstellt. Unsere Politiker wissen, dass sie die Schulden des Staates bestenfalls noch bedienen aber niemals völlig zurückzahlen können. Dies gilt nicht nur für Griechenland, sondern für den gesamten Euroraum. Auch die USA wird ihre Schulden nicht zurückzahlen können und hat auch nie solche Absichten gehabt. Und wo ist die Verpflichtung der Bank zu einer Gegenleistung , wenn Sie Ihnen beispielsweise eine Immobile finanziert? Die Bank schreibt Ihrem Konto mittels Computer geschöpftem Kreditgeld beispielsweise 500.000 Euro gut. Als Gegenleistung verpfänden Sie Ihr Haus der Bank. Und welche Leistung bringt die Bank? Sie berechnet Ihnen Zinsen und muss einen einfachen Buchungsvorgang bearbeiten. Und für diese „Nicht- Leistung“ bekommt die Bank Ihr Haus, wenn Sie den Kredit nicht mehr bedienen können. Die Bank hat das Privileg, falsches Geld zu erzeugen und bekommt dafür echte Sicherheiten.

Die Alternative zu „schlechtem Staatsgeld“ ist freies Marktgeld. In einem solchen System kann jeder Marktteilnehmer ohne staatlichen Zwang entscheiden , was er als Geld akzeptiert. Die Staaten und Banken spielen bei der Gelderzeugung keine Rolle mehr. Jedermann kann Geld produzieren (beispielsweise Bitcoins) und es anbieten. Ob es akzeptiert wird, entscheidet der Markt und nicht der Staat.

Die Geldmenge wird nicht mehr von einer staatlichen Zentralbank oder der privaten FED gesteuert, sondern durch Angebot und Nachfrage. Damit steht es im Einklang mit dem Prinzip, dass am Markt auch für alle anderen Güter gilt.

Banken sind keine Geldproduzenten mehr, sondern nur noch Lagerstätten oder Vermittler von Geld. Das Einlagen – und Kreditgeschäft ist strikt voneinander getrennt. Dieses System nennt man Free Banking. Banken können in diesem System kein Geld schöpfen, sondern nur für deponiertes Geld (z.B. Gold, Silber oder was auch immer als Geld akzeptiert wird) Lagerhaus-Scheine ausgeben. Ein Aufblähen der Geldmenge (Boom) und eine anschließende Kontraktion (Bust), so wie wir sie beim staatlichen Papiergeldsystem erdulden müssen, würde verhindert werden. Die Märkte würden sich selbst steuern, so wie Hayek es beschrieben hat. Ein Auf und Ab, dass die Konsequenz eine Steuerung nach Keynes ist, wäre Vergangenheit. Den Makroökonomen würden ihre Grenzen aufgezeigt werden, so wie es Friedrich August von Hayek in 1988 formuliert hat:

„Die sonderbare Aufgabe der Ökonomie ist es, der Menschheit aufzuzeigen, wie wenig sie über etwas weiß, was sie zu formen können glaubt.“

Kreide für den Wolf- die tödliche Illusion vom besiegten Sozialismus

BildAls sogenannter „Silberbug“ und Eurokritiker ist mir der 2012 verstorbene Autor Roland Baader selbstverständlich ein Begriff. Baader warb für einen Minimalstaat und bot als Alternativen zu unserem „FIAT-Money“ – Währungssystem einen Goldstandard oder ein System konkurrierender Währungen an.

Das er sich aber auch in einem lesenswerten Buch „Kreide für den Wolf“ , welches 1991 erschien und jetzt kostenlos als ebook beim  Freiheitswerk heruntergeladen werden kann, mit der Illusion vom besiegten Sozialismus auseinendergesetzt hat, habe ich erst durch eine Rezension von Susanne Kablitz  erfahren. Die  Kernbotschaft Roland Baaders:

Der Sozialismus hat Kreide gefressen. Er ist also nicht tot, sondern verstellt sich nur. Und er wird wieder kommen in neuer Verkleidung!

ist heute noch genau so aktuell wir vor 15 Jahren.

Das Vorwort oder besser „die Kampfansage“ Baaders an unsere Politiker sollte jedem Bundestags- oder Europakandidaten vom Wahlleiter als  Pflichtlektüre vorgeschrieben werden, bevor er zur Wahl zugelassen wird. Eine kleine Leseprobe aus dem Vorwort:

 

„Demokratie ist ein Verfahren zur Machtbegrenzung und Machtkontrolle.  Sozialismus dagegen verneint immer die individuelle Entscheidungsfreiheit der Individuen über ihre ökonomischen Präferenzen und Lebensziele (angeblich zugunsten der Allgemeinheit, des Kollektivs); somit weist Sozialismus stets die Hoheit über die entscheidenden Existenzkräfte und Lebensmotivationen dem Staat oder einer Partei oder politischen Cliquen zu, und somit ist Sozialismus niemals System oder Methode zur Machtbegrenzung, sondern immer und überall pseudomoralische Rechtfertigung zur Bevormundung des Lebens, Freibrief zur zynisch moralisierenden schrankenlosen Macht.“

 

Da das Buch als Druckausgabe schon lange vergriffen ist, wird es vielen Liberalen unbekannt sein. Dem Freiheitswerk ist es zu verdanken, dass es jetzt kostenlos zur Verfügung steht und demnächst auch als überarbeitete Druckausgabe erscheinen soll. Nach dem Lesen des Vorwortes stimme ich  denen zu, die dieses Buch als erstes, zeitloses Meisterwerk Roland Baaders bezeichnen.

Mein Fazit: Ein „must read“ nicht nur für Politiker oder Mitglieder der Liberalen Vereinigung, sondern für alle, die freiheitliches und ökonomisches Grundlagenwissen erwerben  oder vertiefen möchten. Meine Bitte: helfen auch Sie, Baaders Traum zu verbreiten:

„Nehmen wir den Streit auf. Noch ist es Tag!“