Gutes Geld ist Freiheit; schlechtes Geld ist Unfreiheit

Lassen Sie mich mit dem Begriff: Freiheit anfangen. Für die neu gegründete, eurokritische Stiftung „Freiheit & Vernunft“ ist Freiheit nicht selbstverständlich. Dieser Behauptung kann man ohne „wenn und aber“ zustimmen.

Aber Freiheit (lateinisch= Libertas) ist viel mehr als nicht selbstverständlich.

Die allgemeingültigste Begriffsbestimmung dürfte die Möglichkeit sein, ohne Zwang zwischen allen Möglichkeiten auszuwählen.

Komplexer wird es, wenn Immanuel Kant von negativer und positiver Freiheit spricht. Für die alten Griechen war Freiheit ein Privileg der Oberschicht. In diesem Zusammenhang fällt mir die im Sterben liegende FDP ein. Für Walter von der Vogelweide waren die Gedanken frei.

Friedrich August von Hayek war als klassischer Liberalist für ökonomische Freiheiten und Christian Lindner ist als Vorsitzender der FDP für den mitfühlenden Liberalismus.

In unserem Grundgesetz finden wir den Begriff der Meinungsfreiheit. Unser BGB kennt den Begriff der Vertragsfreiheit und in meinem Testament habe ich meinen freien Willen aufgeschrieben.

Nun zum zweiten Begriff in der Überschrift. Was ist Geld? Geld ist zunächst einmal nichts anderes als ein Tauschmittel. Als freier Mensch müsste ich eigentlich in einem freien Markt entscheiden können, welches Tauschmittel ich als Anbieter oder Nachfrager wählen möchte, also die Freiheit haben zwischen allen Möglichkeiten auszuwählen. So lief das über tausende von Jahren.

Ob Muscheln, Vieh, Wein, Zigaretten, Eisen, Kupfer, Gold oder Silber als Tauschmittel verwendet wurden, entschied der Markt. Heute ist das nicht mehr so.

Das freie Marktgeld haben sich unsere Obrigkeiten natürlich nicht ewig angeschaut, denn Gold und Silber bedeuten Freiheit für die Untertanen und waren für den Staat, der z.B. einen Krieg führen oder viele Beamten besolden will, nicht beliebig verfügbar. Also kam- um ein Beispiel für ein Papiergeldsystem zu nennen- ein Schotte namens Law im 18.Jahrhundert auf die Idee, das auf Gold und Silber basierende Währungssystems Frankreichs zu ersetzen, indem er das Papiergeld einführte.

Wie dieses und bisher jedes andere ungedeckte Papiergeldsystem endete, ist bekannt: im Desaster.

Damit bin ich schon beim Euro angekommen. Auch der Euro ist staatliches Zwangsgeld, welches von den Markteilnehmer angenommen werden muss, also gesetzliches Zahlungsmittel. Und natürlich hat auch die Eurokrise Ihre Ursache in unserem staatlichen Papiergeldsystem.

Der Euro ist Zwangsgeld, welches von Ihnen und von mir angenommen werden muss und welches von den Zentral – und Geschäftsbanken aus „dünner Luft“ geschöpft wird. Ohne eine ständig wachsende Geldmenge , die sich immer weiter von den realen Gütern und Dienstleistungen entfernt, könnte der Staat sich nicht ständig neu verschulden und könnten in der Welt kaum noch Kriege geführt werden, weil den Staaten das Geld dafür fehlte.

Bis 1971 galt in der westlichen Welt das System von Bretton Woods. Es zeichnete sich durch 3 Merkmale aus:

  1. Gold-Devisen-Standard
  2. Feste Wechselkurse
  3. Konvertibilität der Währungen

Das System von Bretton Woods sah vor, dass 35 US Dollar gegen eine Goldunze eintauschbar waren und die übrigen Währungen mit einem festen Tauschkurs an den Dollar gebunden waren.

Richard Nixon hat vor 43 Jahren, am 15.8.1971, den Goldanker des Dollars gekappt und das sogenannte „Goldfenster“ geschlossen. Seitdem ist nicht nur der US-Dollar ankerlos. Der Weg war frei für ein entfesseltes, ungedecktes Papiergeldsystem. Ohne eine ständig wachsende Geldmenge , die sich immer weiter von den realen Gütern und Dienstleistungen entfernt, könnte der Staat sich nicht immer weiter verschulden und könnten in der Welt kaum noch Kriege geführt werden, weil den Staaten das Geld dafür fehlte

Wer Geld gibt steht über dem, der Geld nimmt.

In unserem Geldsystem ist Geld = Schuld. Wer Geld nimmt wird zum Schuldner. Für die Schulden des Staates sind wir alle, die Schuldner und die Zinssklaven. Was eigentlich jeder weiß wird ständig verdrängt: der Staat sind wir Staatsbürger , also sind wir nicht nur Bürger sondern Bürgen für die Verpflichtungen des Staates. Seriöse Berechnungen gehen von rund 8 Billionen Euro Schulden aus, die Deutschland inkl. aller Zahlungsverpflichtungen für Beamtenpensionen etc. hat. Das sind für jeden von uns rund 100.000 Euro. Wer soll das bezahlen?

Das Problem aller Probleme sind die Zentralbanken, denn diese steuern die Geldmenge und damit die Schulden.

Staatliches Zwangsgeld bedeutet Schulden und damit Unfreiheit. Es ist mir völlig unverständlich, wie es unter Politiker, die sich liberal nennen, noch welche gibt, die das schlechte Staatsgeld verteidigen.

Wer Freiheit sagt, der muss auch Marktgeld sagen. Das ungedeckte Staatsgeld muss weg. Wir brauchen gutes Marktgeld und ein Bankensystem, in dem das Einlagengeschäft sauber vom Kreditgeschäft getrennt ist. Wir müssen vor allem die Zentralbanken als Geldmonopolisten abschaffen, damit der Markt entscheiden kann, was gutes – und was schlechtes Geld ist, damit die Geldschöpfung aus dem nichts mit all ihren schlimmen Folgen der Vergangenheit angehört.

Wir brauchen kein staatlich produziertes und legalisiertes Zwangsgeld, sondern echtes Geld, welches so wie alle Güter und Dienstleistungen im Markt, aber nicht am Markt vorbei produziert wird. Ob sich dann Gold, Silber, Kupfer, Bitcoins oder irgendwas anderes als Mittel zum Tausch von Gütern und Dienstleistungen durchsetzen, wird sich zeigen, aber eines ist jetzt schon klar:

Gutes Marktgeld wird keine staatliche Rettungspolitik, keine Bürgschaften zu Lasten unserer Sparguthaben und unsrer Zukunft und damit keine Bürger brauchen, die ohne Ihren freien Willen von ihren sogenannten Volksvertretern zu Schuldsklaven des Staates gemacht werden.

Gutes Geld ist Freiheit.

Gerhard Nadolny im August 2014

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Liberalismus versus Sozialismus und Konservatismus

In Europa haben sich, beginnend im 18. Jahrhundert, 3 Ideologien herausgebildet, die bis zum heutige Tage als politische Grundpositionen Ihre Gültigkeit haben:

Der Liberalismus, der Sozialismus und der Konservatismus.

Der Liberalismus

Der Liberalismus strebt ein möglichst hohes Maß an individueller Freiheit an, ohne vorzugeben, was der einzelne Mensch mit seiner Freiheit anzufangen habe.

Sozialismus

Der Sozialismus stellt die staatliche Freiheit über die individuelle Freiheit. Die angestrebte Gleichheit führt zu wirtschaftlicher Schwäche und zu persönlicher Unfreiheit.

Der Konservatismus

Der Konservative möchte Vorhandenes bewahren und glaubt an eine (gottgegebene) Ordnung, die über den Ansprüchen des Einzelnen steht.

 

In unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung stößt die individuelle Freiheit selbstverständlich an soziale Grenzen, die im Grundgesetz im Artikel 1 (Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.), im Artikel 20 (Sozialstaatsprinzip) oder im Artikel 14 (Eigentum verpflichtet) verankert sind.

Betrachtet man die politischen Parteien, so stellt man fest, dass diese sich weit über den Auftrag des Grundgesetzes, nämlich an der politischen Willensbildung mitzuwirken, hinweggesetzt haben. Faktisch bestimmen sie die Politik und haben sich so den Staat zu Ihrer Beute gemacht.

Schauen wir uns mal das jüngste Wahlergebnis, die Europawahl 2014 an:

Nichtwähler 51,9%; CDU 30,0%; SPD 27,3%, GRÜNE 10,7%, AfD 7,0%, CSU 5,3%, FDP 3,4% (sowie etliche Kleinparteien zwischen 1,5 und 0,1%).

Auch bei der Europawahl stellen also die Nichtwähler die absolute Mehrheit. Ob diese Gruppe nun nicht zur Wahl ging mangels Interesse oder aus Protest, darüber lässt sich streiten, in jedem Fall ist es eine Niederlage für die Demokratie, wenn die Mehrheit sich von so einer Wahl abwendet.

Wo die Parteien, die gewählt wurden, am liebsten verortet werden möchten, ist bekannt: in der Mitte. Aber welche der 3 genannten politischen Ideologien vertreten diese Parteien.

Die CDU/CSU ist konservativ, hat aber auch einen starken sozialistischen Flügel. Bei SPD/GRÜNE/LINKE dominiert der Sozialismus und die FDP steht für den „mitfühlenden“, also einen Linksliberalismus. Bleibt noch der Newcomer AfD. Diese junge Partei befindet sich noch in der Selbstfindungsphase. Klar ist, sie steht politisch rechts von der CDU und in weiten Teilen näher bei sogenannten rechtspopulistischen Parteien als bei der FDP. Bei den Europawahlen ist sie im rechten Spektrum auf Stimmenfang gegangen, war allerdings weniger erfolgreich als eine britische UKIP oder eine österreichische FPÖ. Der die AfD dominierende Vorsitzende hat Angst vor der Nazikeule und grenzt sich gerne nach rechts außen ab. Gleichzeitig erklärt er, kein Liberaler zu sein. Er ist als fundamentaler Christ gegen Abtreibung. Die AfD kann man als nationalkonservativ bezeichnen. Sie will einen starken Staat und hat sowohl homophobe und als auch  islamophobe Kräfte unter ihren Eliten.

Es gibt zwar noch liberale und libertäre AfDler, aber deren Zahl ist sehr überschaubar und liegt in einer 3 stelligen Größenordnung, also weit unter 10% der Mitglieder. Eine Handvoll aus dieser  Gruppe hat sich letzte Woche unter Führung des als AfD Landesvorsitzenden gescheiterten Prof. Dilger im Streit aus der „Liberalen Vereinigung e.V.“ verabschiedet, weil es ihnen nicht gelang, diesen überparteilichen Verein vor den AfD Karren zu spannen. Damit dürfte nicht nur Dilgers politische Karriere, sondern auch der Liberalismus innerhalb der AfD zu Ende sein.

Dass der Kurs, den die FDP unter Lindner eingeschlagen hat, in die Bedeutungslosigkeit führt, zeigen auch die Europawahlen.

Mein Fazit: von den oben kurz beschriebenen drei politischen Grundpositionen haben der Sozialismus und der Konservatismus starke Vertreter vor allem in den sogenannten Blockparteien. Der sogenannte klassische Liberalismus, wie immer man den auch definieren möchte, hat überhaupt keine Vertreter mehr im politischen Spektrum Deutschlands.

Sich in diesem Vakuum zu positionieren und den Begriff des Liberalismus in einem Europa souveräner Staaten neu zu definieren, könnte eine Aufgabe für die neu gegründete „Liberale Vereinigung“ sein.