Liberale Vereinigung wählt Vorstand

München, 11. August 2014 – Auf der vergangenen Samstag in Ellwangen abgehaltenen ersten Mitgliederversammlung der Liberalen Vereinigung wurden verschiedene Vorstandsposten neu besetzt. Der bisher stellvertretende Vorstandsvorsitzende Franz Niggemann wurde bei einer Stimmenthaltung zum neuen Vorsitzenden gewählt. Niggemann bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen und nahm die Wahl an. Er versprach, sich mit voller Kraft den Zielen der liberalen Vereinigung zu widmen.

 Ebenfalls neu besetzt wurden die Positionen von zwei stellvertretenden Vorsitzenden. Wolfgang Baumbast und Prof. Dr. Christoph Zeitler wurden einstimmig gewählt. Prof. Zeitler war langjähriges Mitglied der FDP und zuletzt Teil des bayerischen Landesvorstands. Er war zudem stellvertretender Vorsitzender der FDP Niederbayern und hatte den Fraktionsvorsitz der Partei im Landshuter Stadtrat inne. Wolfgang Baumbast kommt ebenfalls aus dem FDP-Unfeld und ist FDP-Kreisvorsitzender Alb-Donau-Kreis und Vorstandsmitglied der Liberalen Zukunft. Zu Beisitzern wurden einstimmig Susanne Kablitz, Gerhard Nadolny und Stefan Remhof gewählt. Susanne Kablitz ist Bundesvorsitzende der Partei der Vernunft, Stefan Remhof ist Stipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung und Koordinator der Hayek-Gesellschaft München. Gerhard Nadolny ist Unternehmer mit langjähriger politischer Erfahrung unter anderem als Stadtrat für die SPD.

 

Ziel der Liberalen Vereinigung e.V. ist es, die liberalen Kräfte in Deutschland zu bündeln und so dem Liberalismus wieder zu Stimme, Gehör und Schlagkraft zu verhelfen. Die Vereinigung versteht sich dabei ausdrücklich als überparteilicher Verein, in dem jeder mit liberaler Geisteshaltung willkommen ist.

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Neue liberale Heimat -Gedanken zur Gründung einer neuen Partei

Laut aktuellen Umfragen liegt das Potential für eine liberale Partei in Deutschland bei 20%. Die FDP liegt aber unter 5 %. Dies ist ein überzeugendes Indiz für die Notwendigkeit, dem liberalen Wähler ein besseres Angebot als das von dem mitfühlenden Liberalen Lindner zu machen.

Laut aktuellen Umfragen liegt auch das Potential der AfD bei 20%. Da aber immer mehr Wähler und Mitglieder begreifen, dass die AfD in Wirklichkeit weder liberal ist noch aus dem Euro raus will, wird sie dieses Potential, wenn überhaupt, nur im rechtskonservativen Milieu erschließen können und damit ist die rechtskonservative AfD eine Gefahr für die CDU, aber nicht für eine neue liberale Partei.

Spätestens seit dem FDP Mitgliederentscheid zum Thema Euro suchen viele EX FDP Wähler eine neue liberale Heimat. Reichlich Wählerstimmen dürften sich auch bei frustrieren Nichtwählern und bei all den Menschen finden, die begriffen haben oder noch begreifen werden, dass die exponentiell wachsenden Schulden das Kernproblem unserer Finanzkrise sind und das man mit neuen Schulden nur Zeit kaufen, aber keine Probleme lösen kann.

Eine neue liberale Partei muss also vor allem dort kompetent sein, wo es um die finanzielle Zukunft freier Bürgerinnen und Bürger geht: in Wirtschafts- und Finanzfragen ( inkl. Geldsystem).

Sie muss aber auch eine Antwort auf die Herausforderungen an den Sozialstaat geben, die viel zu hungrig gewordene Staatskrake bekämpfen und „last but not least“ auch daran mitwirken, dass Deutschland seine nationale Identität in einem Europa freier Völker nicht ganz verliert. Sie muss für den Bürger und gegen die Staatsverschuldung kämpfen ohne ständig neue Steuern und Abgaben zu fordern.

Deutschland braucht eine neue liberale Partei, die unsere Zukunft in Freiheit gestalten will, die den Wählern eine neue liberale Heimat gibt, die Europa-freundlich ist, aber unsere Souveränität nicht an Brüssel abgeben will und die wirklich aus dem Euro raus und in ein besseres Währungssystem rein will.

 

Kreide für den Wolf- die tödliche Illusion vom besiegten Sozialismus

BildAls sogenannter „Silberbug“ und Eurokritiker ist mir der 2012 verstorbene Autor Roland Baader selbstverständlich ein Begriff. Baader warb für einen Minimalstaat und bot als Alternativen zu unserem „FIAT-Money“ – Währungssystem einen Goldstandard oder ein System konkurrierender Währungen an.

Das er sich aber auch in einem lesenswerten Buch „Kreide für den Wolf“ , welches 1991 erschien und jetzt kostenlos als ebook beim  Freiheitswerk heruntergeladen werden kann, mit der Illusion vom besiegten Sozialismus auseinendergesetzt hat, habe ich erst durch eine Rezension von Susanne Kablitz  erfahren. Die  Kernbotschaft Roland Baaders:

Der Sozialismus hat Kreide gefressen. Er ist also nicht tot, sondern verstellt sich nur. Und er wird wieder kommen in neuer Verkleidung!

ist heute noch genau so aktuell wir vor 15 Jahren.

Das Vorwort oder besser „die Kampfansage“ Baaders an unsere Politiker sollte jedem Bundestags- oder Europakandidaten vom Wahlleiter als  Pflichtlektüre vorgeschrieben werden, bevor er zur Wahl zugelassen wird. Eine kleine Leseprobe aus dem Vorwort:

 

„Demokratie ist ein Verfahren zur Machtbegrenzung und Machtkontrolle.  Sozialismus dagegen verneint immer die individuelle Entscheidungsfreiheit der Individuen über ihre ökonomischen Präferenzen und Lebensziele (angeblich zugunsten der Allgemeinheit, des Kollektivs); somit weist Sozialismus stets die Hoheit über die entscheidenden Existenzkräfte und Lebensmotivationen dem Staat oder einer Partei oder politischen Cliquen zu, und somit ist Sozialismus niemals System oder Methode zur Machtbegrenzung, sondern immer und überall pseudomoralische Rechtfertigung zur Bevormundung des Lebens, Freibrief zur zynisch moralisierenden schrankenlosen Macht.“

 

Da das Buch als Druckausgabe schon lange vergriffen ist, wird es vielen Liberalen unbekannt sein. Dem Freiheitswerk ist es zu verdanken, dass es jetzt kostenlos zur Verfügung steht und demnächst auch als überarbeitete Druckausgabe erscheinen soll. Nach dem Lesen des Vorwortes stimme ich  denen zu, die dieses Buch als erstes, zeitloses Meisterwerk Roland Baaders bezeichnen.

Mein Fazit: Ein „must read“ nicht nur für Politiker oder Mitglieder der Liberalen Vereinigung, sondern für alle, die freiheitliches und ökonomisches Grundlagenwissen erwerben  oder vertiefen möchten. Meine Bitte: helfen auch Sie, Baaders Traum zu verbreiten:

„Nehmen wir den Streit auf. Noch ist es Tag!“